1. Politik
  2. Deutschland

Umfragewerte: Zweifel und Grollen wegen Merkel

Umfragewerte : Zweifel und Grollen wegen Merkel

Düsseldorf (RP). Bei der Bundestagswahl 1998 lagen CDU und CSU unter 40 Prozent. Das war neu. 2002 (38, 5 Prozent) blieben CDU und CSU mit dem Spitzenkandidaten Edmund Stoiber wiederum unter der 40-Prozent-Marke. 2005 sackte die Union mit Angela Merkel auf 35,2 Prozent.

Dennoch wurde Merkel Kanzlerin. Ihre Beliebtheitswerte sind hoch, diejenigen ihrer Partei kommen nicht nach. 2009 möchte die CDU mit Merkel trumpfen. Was nach einem schlauen politischen Egotrip, nach "Auf die Kanzlerin kommt es an" aussieht, könnte sich am Wahlabend des 27. September 2009 als das erweisen, was man sonst gern mit "zu kurz gesprungen" kommentiert.

Immer mehr Unions-Politiker — die meisten haben in den Landeshauptstädten Spitzen-Positionen — bezweifeln, dass, wer allein auf Merkels guten Ruf baut, die bürgerliche Volkspartei stärkt. Im Gegenteil, die Strategie könnte die Union womöglich die Regierungsfähigkeit im Bund kosten.

Es ist wie beim Vermögensaufbau: Wer alles auf eine Aktie setzt, handelt unklug. Das Problem der Merkel-CDU ist, dass die Vorsitzende und Staatsfrau selbst es war, die Offerten tüchtiger Ministerpräsidenten, ihr zur Seite zu stehen und so politischen Vermögensaufbau durch breitere Streuung zu betreiben, unbeantwortet ließ.

Ob Christian Wulff (Niedersachsen), Roland Koch (Hessen) oder Jürgen Rüttgers (NRW) — jeder für sich ein politisches Pfund, mit dem Merkel ihr Gewicht und das der CDU erhöhen könnte — sie schrumpfen aus Berliner Hochmuts- und Misstrauens-Perspektive zu Halbschwergewichten.

(RP)