Pläne stehen in der Kritik: Zwei Prozent erhalten Rente nach 45 Jahren schon heute

Pläne stehen in der Kritik : Zwei Prozent erhalten Rente nach 45 Jahren schon heute

Wer 45 Jahre lang gearbeitet hat, kann bereits heute abschlagsfrei in den vorgezogenen Ruhestand gehen. Knapp zwei Prozent der Arbeitnehmer machen bislang davon Gebrauch, wie die Daten der Deutschen Rentenversicherung zeigen, die unserer Redaktion vorliegen.

Von den 650.767 Neurentnern im Jahr 2012 waren 12.306 langjährig Versicherte, die mit dem 65. Geburtstag abschlagsfrei in den Ruhestand gegangen sind.

Alle übrigen Arbeitnehmer fallen seit 2012 unter die Reform der Rente mit 67. Danach müssen alle Arbeitnehmer ab Jahrgang 1947 länger als 65 Jahre arbeiten, um eine abschlagsfreie Rente zu erhalten. In diesem Jahr sind Arbeitnehmer des Jahrgangs 1949 betroffen, die mit 65 Jahren und drei Monaten die Regelaltersgrenze erreicht haben.

Der Anteil derer, die schon die Regelung nutzen, ist so gering, weil die Anrechnung der 45 Versicherungsjahre streng gehandhabt wird. Mit der Rentenreform von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) soll die abschlagsfreie Rente schon ab 63 Jahren möglich sein. Zudem will sie die Zugangsregeln lockern: Auch Zeiten der Arbeitslosigkeit sollen teilweise angerechnet werden.

Die Pläne stehen in der Kritik, weil die Neuregelung eine Welle der Frühverrentung hervorrufen könnte. Wenn das Gesetz so in Kraft tritt wie bislang geplant, können Arbeitnehmer mit 61 Jahren entlassen werden, 24 Monate lang Arbeitslosengeld beziehen und dann in die Rente starten. Union und SPD wollen das nicht. Bislang konnte aber keine Lösung gefunden werden, wie sich das verhindern lässt.

(qua)
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