Afghanistan: Zwei Bundeswehrsoldaten bei Anschlag verletzt

Afghanistan : Zwei Bundeswehrsoldaten bei Anschlag verletzt

Potsdam (RPO). Zwei Soldaten der Bundeswehr sind am Sonntag bei einem Sprengstoffanschlag in Nordafghanistan verletzt worden. Wie das Einsatzführungskommando der Bundeswehr mitteilte, wurde ein Soldat schwer verletzt, befindet sich aber nicht in Lebensgefahr. Beide sollten nach Deutschland gebracht werden.

Der Anschlag ereignete sich demnach elf Kilometer westlich der Regionalen Wiederaufbauteams (PRT) in Kundus. Der Sprengsatz war offenbar am Straßenrand versteckt. Die Detonation traf das Bundeswehrfahrzeug, in dem die beiden Soldaten saßen. Der Schwerverletzte wurde mit einem Rettungshubschrauber der US-Streitkräfte ins PRT-Rettungszentrum transportiert. Auch der zweite Soldat wurde dorthin gebracht. "Der Zustand der Soldaten ist stabil", teilte das Einsatzführungskommando am Nachmittag mit. Beide würden zur weiteren medizinischen Versorgung nach Deutschland zurückgebracht.

Der Anschlag ereignete sich gegen 07.30 Uhr deutscher Zeit in der Unruheprovinz Char Darah. Bei ähnlichen Anschlägen in der Vergangenheit hatten sich Taliban dazu bekannt.

Struck rechnete nicht mit jahrelangem Einsatz

Vor dem jüngsten Anschlag hatten die früheren Verteidigungsminister Volker Rühe und Peter Struck Kritik am Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan geäußert. Im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" plädierte der CDU-Politiker Rühe, es sei falsch und gefährlich zu behaupten, Deutschlands Sicherheit werde am Hindukusch verteidigt. "Die Taliban haben eine regionale Agenda. Wie übel sie auch sind: Sie wollen nicht Hamburg und New York angreifen."

Der frühere SPD-Fraktionsvorsitzende und Verteidigungsminister Struck räumte ein, dass die Schröder-Regierung nie damit gerechnet habe, dass die Bundeswehr viele Jahre lang in Afghanistan bleiben werde. "Ein Jahr, dann sind wir da wieder raus, haben wir damals gedacht". Aber "da haben wir uns gründlich getäuscht."

(apd/fb)