Kommentar: Zwangsprostitution wirksamer bekämpfen

Kommentar : Zwangsprostitution wirksamer bekämpfen

Das Prostituiertenschutzsgesetzt schützt Prostituierte nicht, sondern verschlimmert ihre Situation. Wer den Frauen helfen will, muss bei den mafiösen Strukturen ansetzen.

Ein neues Bundesgesetz, das seinen Namen nicht verdient: Das Prostituiertenschutzgesetz schützt die Prostituierten nicht. Vielmehr verschlimmert es ihre Situation oft sogar. Ein Bericht der Landesregierung kommt zu dem Ergebnis, dass in NRW nur jede sechste der Anmeldepflicht nachkommt. Nachtclubs schließen, viele Frauen sind Freiern und Menschenhändlern damit noch schutzloser ausgeliefert als zuvor. Der dem Gesetz zugrunde liegende Gedanke, mehr für den Schutz der Prostituierten zu tun, ist ja richtig. Dass nicht einmal bekannt ist, wie viele in Deutschland arbeiten, spricht für sich. Nur geht das Gesetz an der Wirklichkeit komplett vorbei: Wer ohne Wissen seiner Familie als Prostituierte arbeitet, wird durch einen Berufsausweis mit Passfoto eben leicht erpressbar. Auch deshalb hatten Experten frühzeitig vor dem Gesetz gewarnt.

Wer die Frauen wirklich schützen will, muss viel konsequenter gegen die weit verbreiteten mafiösen Strukturen in dem Gewerbe vorgehen. Gegen Menschenhändler etwa, die junge Mädchen ködern und in Deutschland als Zwangsprostituierte unter erbärmlichen Bedingungen für sich arbeiten lassen. Und der muss Freiern klar machen, dass sie diese Ausbeutung erst möglich machen.

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