Zuwanderung: Fachkräfte gesucht

Kommentar zur Zuwanderung : Fachkräfte gesucht

Das geplante Fachkräfteeinwanderungsgesetz besitzt viel Sprengkraft. Auch dabei geht es um Flüchtlingspolitik.

Beim Fachkräfteeinwanderungsgesetz sollte man endlich mal anfangen, über das zu reden, worum es eigentlich geht: Die Einwanderung von Fachkräften. Schaut man sich die Debatten der vergangenen Wochen an, könnte man auf die Idee kommen, im Mittelpunkt stehe das Bleiberecht einer bestimmten Gruppe von Flüchtlingen.

Vielleicht wäre es besser diese Themen zu trennen: Bei der Anwerbung von Fachkräften geht es um Fragen wie: Welche Menschen laden wir als Arbeitskräfte nach Deutschland ein? Wen brauchen wir? Welche Qualifikation und welche Sprachkenntnisse sollten die Menschen vorweisen? Und natürlich: Was können wir als aufnehmende Gesellschaft bieten? Wie integrieren wir die Neuankömmlinge? Wie heißen wir sie willkommen?

Über das Schicksal jener Flüchtlinge, die eigentlich ausreisepflichtig sind, die sich aber gut integriert haben, die deutsche Sprache beherrschen und einen festen Job haben, muss auch gesprochen werden. Es wäre aus mehreren Gründen irrational, sie in ihre Heimat zurückzuschicken. Aber die Frage, unter welchen Bedingungen und für wie lange diese Menschen in Deutschland leben und arbeiten können, muss im Asylrecht geregelt werden. Diese Schicksale sind kein Fall für die Rubrik: Fachkräfteeinwanderung. Eigentlich kann es nicht so schwierig sein, für diese Fälle eine gute Lösung zu finden, die den individuellen Leistungen der Flüchtlinge und den Bedürfnissen der deutschen Wirtschaft oder dem Gesundheitssystem gerecht werden.

(qua)