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Zehn-Punkte-Papier: FDP will Englisch als zweite Sprache in deutschen Behörden​

Zehn-Punkte-Papier : FDP will Englisch als zweite Sprache in deutschen Behörden

Die FDP fordert die Einführung von Englisch als zusätzliche Verwaltungssprache in deutschen Behörden. Damit soll Migranten Behördengänge erleichtert werden. Der Beamtenbund sowie der Städte- und Gemeindebund kritisieren den Vorstoß jedoch.

Das geht aus einem Zehn-Punkte-Papier der Liberalen zur Einwanderungspolitik, über welches das „Handelsblatt“ am Montag berichtete, hervor.

„Sprache ist der Schlüssel für eine gelungene Integration“, heißt es dem Blatt zufolge in dem Papier, das von Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger und Parteivize Johannes Vogel erarbeitet wurde. Es soll an diesem Montag vom Parteipräsidium verabschiedet werden. Die Liberalen wollen damit die Pläne der Ampelkoalition für eine Reform des Einwanderungsrechts forcieren - auch um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Neben Englisch als zusätzlicher Sprache auf Ämtern wird laut „Handelsblatt“ in dem Papier der weitere Ausbau der Deutschförderung für Fachkräfte und ihre Familien gefordert. Als „besondere Priorität“ nennt die FDP den Abbau von Hürden bei der Anerkennung ausländischer Bildungs- und Berufsabschlüsse.

Auch fordern die Freien Demokraten, dass die sogenannte Blue Card im nationalen Recht auf nicht-akademische Berufe erweitert wird. Die Blue Card ist ein Aufenthaltstitel mit Arbeitserlaubnis für Fachkräfte von außerhalb der EU, bisher zielt die Blaue Karte jedoch vor allem auf Hochschulabsolventen ab.

Der Städte- und Gemeindebund wies den Vorstoß zurück. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg bezeichnete ihn gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland als „kontraproduktiv“. Die Umsetzung würde Jahre dauern und zu zusätzlicher Bürokratie führen. Das Vorhaben „würde uns dem Ziel, eine bessere Willkommens- und Ankommenskultur zu etablieren, nicht näherbringen“.

Auch der Beamtenbund dbb hat einen Vorstoß der FDP zurückgewiesen. „Wenn es um Verordnungen und Gesetze geht, gilt hierzulande schon aus Gründen der Rechtssicherheit die Amtssprache, und die ist Deutsch“, sagte dbb-Sprecherin Britta Ibald den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Dienstag. Zukünftig auch auf Englisch zu kommunizieren, führe eher zu mehr Arbeit als zu Erleichterungen.

„Die Anforderungen an die erforderlichen Fremdsprachenkenntnisse sind beispielsweise je nach Fachrichtung und Region sehr unterschiedlich, so dass die pauschale Einführung von Englisch als zweiter 'Amtssprache' hinsichtlich des erforderlichen Mehraufwands wenig zielführend erscheint“, sagte Ibald weiter. „Vielmehr besteht die Gefahr, dass hier ein erhebliches Mehr an bürokratischem Aufwand geschaffen wird.“

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Bei der Personalgewinnung im öffentlichen Dienst werde bereits auf interkulturelle Kompetenz und, wo geboten, auf Mehrsprachigkeit, gesetzt, sagte die Sprecherin. „Der dbb begrüßt es aber grundsätzlich, wenn die Regierungsparteien die Notwendigkeit erkennen, endlich mehr in die Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten sowie die Digitalisierung der Verwaltung - Stichwort etwa Übersetzungshilfen und -programme - zu investieren.“

(ahar/AFP)