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Zahl der Ausweisungen von Ausländern ist 2019 deutlich gestiegen

11.081 Menschen mussten 2019 das Land verlassen : Ausweisungen von Ausländern um 50 Prozent gestiegen

Aus NRW sind im vergangenen Jahr 1762 Menschen ausgewiesen worden. Die Linke-Sprecherin Ulla Jelpke nennt die Maßnahmen „grausam und falsch“. Vor allem Ukrainer, Albaner und Serben sind betroffen.

Die Zahl der Ausweisungen von Ausländern ist einem Zeitungsbericht zufolge im vergangenen Jahr in Deutschland deutlich gestiegen. 2019 seien insgesamt 11.081 solcher Verfügungen ergangen, zitiert die "Neue Osnabrücker Zeitung" (NOZ) aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion. Die Zahl der Ausweisungen stieg demnach im Vergleich zu 2018 um 50 Prozent. In dem Jahr forderten die Ausländerbehörden 7.408 Menschen auf, das Land zu verlassen.

3.540 Menschen wurden aus Baden-Württemberg ausgewiesen. Das war im vergangenen Jahr die mit Abstand größte Zahl an Ausweisungsverfügungen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 1.762 und Bayern mit 1.376 Fällen. Die meisten Verfügungen richteten sich demnach gegen Menschen mit Herkunft aus der Ukraine (1252 Fälle), Albanien (1220) und Serbien (828).

Die Betroffenen müssen Deutschland verlassen und dürfen nicht wieder einreisen. Kommen sie der Aufforderung nicht nach, kann eine Abschiebung folgen. Insgesamt sind laut Bundesinnenministerium 311.811 Menschen im Ausländerzentralregister mit einer Ausweisungsverfügung erfasst, wie die "NOZ" weiter berichtet. Davon halten sich demnach jedoch fast 30.000 noch in Deutschland auf.

Die Linke kritisierte den starken Anstieg bei der Zahl der Ausweisungen. Die Innenpolitikerin Ulla Jelpke forderte deren Abschaffung. Die Betroffenen hätten teils seit Jahrzehnten ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland und würden durch eine Ausweisung aus ihren sozialen Bindungen gerissen. "Das ist grausam und falsch", sagte Jelpke der Zeitung.

(juju/AFP)