FDP und CSU bekräftigen Unterstützung: Wulff will beim Bundespräsidenten sparen

FDP und CSU bekräftigen Unterstützung : Wulff will beim Bundespräsidenten sparen

Berlin (RPO). Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff will im Fall seiner Wahl zum Bundespräsidenten auch bei sich selbst sparen. Angesprochen auf die Privilegien beim Ausscheiden als Präsident - ein Ehrensold von 17.500 Euro im Monat sowie ein Büro nebst Dienstwagen - sagte Wulff am Montag in Berlin: "Ich denke, da muss ein Zeichen gesetzt werden, das wird man verändern müssen."

Wulff betonte im Gespräch mit dem ZDF weiter, "dass man dort Abstriche vornimmt", auch finanziell. Der CDU-Politiker sprach sich für einen Sparkurs und gegen Steuererhöhungen für Besserverdienende aus. Mit Blick auf das Sparpaket der Bundesregierung sagte Wulff: "Das Ungerechteste ist immer, wenn man mehr Geld ausgibt, als man aktuell zur Verfügung hat, vor allem gegenüber kommenden Generationen." Deutschland müsse raus aus der schuldenfinanzierten Krisenbekämpfung und auch bei den sozialen Ausgaben sparen.

FDP sieht Wahl von Wulff nicht gefährdet

FDP-Generalsekretär Christian Lindner bekräftigte die Unterstützung seiner Partei für Wulff. "Die Wahl von Christian Wulff ist nicht gefährdet", sagte er. Wenn sächsische FDP-Leute ihre Sympathie für den Gegenkandidaten von Rot-Grün, Joachim Gauck, erklärten, sei dies ihr gutes Recht. Der Forderung, diese Liberalen zur Ordnung zu rufen, erteilte der Generalsekretär eine Absage. "Das geht vielleicht in einer Kommando-Partei, eine solche ist aber nicht die FDP."

CSU-Chef Horst Seehofer zeigte sich ebenfalls optimistisch. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass Christian Wulff zum Bundespräsidenten gewählt wird", sagte Seehofer, aber "ich spekuliere nicht, in welchem Wahlgang und mit welchem Anteil".

Die CSU jedenfalls stehe einhellig zu dem gemeinsamen Kandidaten von CDU, CSU und FDP. Die CSU-Delegierten bei der Bundesversammlung, "das sind alles gestandene Männer und Frauen, die um ihre Verantwortung wissen", sagte der bayerische Ministerpräsident.

Selbst bei einer Wahl Gaucks zum Staatsoberhaupt erwarte er kein Scheitern der Koalition. "Die Alternative ist nicht so rosig, dass man sie sich wünschen muss", sagte Seehofer. Er erwarte, dass auch die FDP ihre Stimmen einbringe. "Die Koalition hat einen gemeinsamen Vorschlag, und sie wird ihn gemeinsam zum Tragen bringen". CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich ergänzte: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die FDP das Wackel-Image der 90er Jahre wieder zulegen will."

Linke hofft auf Stimmen von Rot-Grün

Linke-Chefin Gesine Lötzsch hofft auf Stimmen aus dem rot-grünen Lager für ihre Kandidatin Luc Jochimsen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Mitglieder von Grünen und SPD für den Kandidaten der SPD und der Grünen stimmen, der sich schließlich auch in den letzten Tagen wiederum für den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr ausgesprochen hat", erklärte Lötzsch.

Wulffs Ehefrau Bettina spielte unterdessen mit dem Gedanken eines Kinderzimmers im Schloss Bellevue. Sie sieht einem eventuellen Umzug von Hannover nach Berlin "freudig entgegen". Sie könne sich auch vorstellen, im Schloss Bellevue ein Kinderzimmer einzurichten, sagte die Mutter zweier sieben und zwei Jahre alter Söhne der "Bild"-Zeitung zufolge. "Darüber mache ich mir dann Gedanken, wenn mein Mann wirklich gewählt ist. Ich kann mir ein Spielzimmer im Schloss aber gut vorstellen", erklärte sie.

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(apd/felt)
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