1. Politik
  2. Deutschland

Machtpoker: Wulff steht nicht als Kanzler zur Verfügung

Machtpoker : Wulff steht nicht als Kanzler zur Verfügung

Berlin (rpo). Beim Machtpoker zwischen Union und SPD um das Amt des Bundeskanzlers möchte Ministerpräsident Christian Wulff nicht mitspielen. Er hat kategorische ausgeschlossen, das Amt des Bundeskanzlers zu übernehmen. "Es wird keinen Kanzler der Union namens Christian Wulff geben. Ich stehe nicht zur Verfügung", sagte Wulff.

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende fügte hinzu: "Ich bin fest davon überzeugt, dass Angela Merkel Bundeskanzlerin wird." Dem Anspruch von Gerhard Schröder, Bundeskanzler zu bleiben, hielt Wulff entgegen: "Irgendjemand muss ihm jetzt mal erklären, dass er die Wahl verloren hat. Am Wahlsonntag mochte das wohl keiner tun. Da ist Gerhard Schröder in der Berliner Runde aufgetreten wie Graf Koks."

Wulff machte deutlich, dass er nicht mehr mit der Bildung einer Jamaika-Koalition rechnet. "Nach diesem Wahlergebnis können wir nichts völlig ausschließen. Aber eine Koalition mit den Grünen ist sehr unwahrscheinlich."

Zugleich betonte der Ministerpräsident: "Wir werden uns nicht um jeden Preis in eine große Koalition begeben. Die Perspektive für Wachstum und Arbeit muss klar sein." Die "Israel-Lösung", nach der eine Hälfte der Wahlperiode die SPD und die andere Hälfte die Union den Kanzler stellt, nannte Wulff "eine Schnapsidee, jenseits unserer Verfassungsbestimmungen".

(ap)