Berliner Flughafen: Wowereit: Nachtflugverbot nicht ausweiten

Berliner Flughafen : Wowereit: Nachtflugverbot nicht ausweiten

Nach der Ernennung von Hartmut Mehdorn zum neuen Geschäftsführer des Großflughafens Berlin-Brandenburg (BER) sieht sich Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) beim Thema Nachtflugverbot gestärkt. Auch Mehdorn habe deutlich gemacht, dass die Randzeiten für Flüge gebraucht würden, sagte Wowereit am Samstag im RBB-Inforadio. "Oder wir müssen daraus einen Provinzflughafen machen."

Das sei aber nicht die bisherige Strategie gewesen sei. Die Position zu den Randzeiten sei mit Brandenburg abgestimmt worden, die dortigen Behörden hätten das bewilligt, betonte Wowereit.

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hatte Neuverhandlungen angekündigt, um ein längeres Nachtflugverbot zu erreichen. Bislang soll am neuen Flughafen ein Flugverbot zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens gelten. Eine Volksinitiative gegen Fluglärm fordert jedoch eine Ausweitung der Nachtruhe auf die Zeit zwischen 22 und sechs Uhr.

Mehdorn soll Projekt beschleunigen

Wowereit zeigte sich zuversichtlich, dass Mehdorn die nötigen Impulse geben kann, um die Probleme bei dem Flughafenprojekt zu lösen. Der Fehleranalyse der vergangenen Monate müssten jetzt Taten folgen, beim Brandschutz und den Mängeln am Bau müsse es jetzt um die Umsetzung gehen. "Ich erwarte, dass Herr Mehdorn einen Beitrag dazu leistet, das Projekt zu beschleunigen", sagte Wowereit, der stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des BER ist. Der frühere Bahn- und Airberlin-Chef Mehdorn tritt seinen Posten am Montag an.

Die Zahl der Mängel am neuen Hauptstadtflughafen ist möglicherweise doppelt so hoch wie bislang angenommen. Das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet von bis zu 40.000 Mängeln und beruft sich dabei auf den Fortschrittsbericht zur Baustelle. Ein Flughafensprecher sagte der Nachrichtenagentur dpa am Samstag, dass ihm diese Zahl nicht bekannt sei. Solche Zahlen seien zudem immer irreführend. "Das entscheidende Problem ist und bleibt die Brandschutzanlage." In dem Bericht sollen alle relevanten Punkte zusammengefasst werden. Dort sind allerdings auch kleinste Mängel wie ein Sprung in einer Fliese aufgelistet. Zuletzt war von 20.000 Defiziten die Rede gewesen.

Der Weiterbau des Großflughafens war wegen Pannen am Bau und Personalquerelen ins Stocken geraten. Nach der viermaligen Verschiebung der Inbetriebnahme ist völlig offen, wann am BER die ersten Flieger starten und landen können.

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(AFP, dpa/sap)