Wolfgang Fürniß: Drei Jahre Haft für Ex-Landesminister wegen Betrugs

Betrugsprozess: Drei Jahre Haft für Ex-Landesminister Fürniß wegen Betrugs

Mit Lügengeschichten hat sich der Brandenburger Ex-Minister Fürniß hohe Geldsummen von Freunden und Bekannten ergaunert. Doch sein Plan ging nicht auf. Er muss ins Gefängnis.

Brandenburgs früherer Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß ist wegen Betrugs zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Als er nach seiner Amtszeit (1999-2002) in finanzielle Bedrängnis geriet, habe der heute 70-jährige CDU-Politiker seinen Bekanntenkreis immer wieder mit ausgedachten Geschichten um Darlehen gebeten, sagte der Vorsitzende Richter am Mittwoch in Heidelberg.

Eine Rückzahlung der insgesamt knapp 500 000 Euro sei ihm aber schlechterdings nicht möglich gewesen, und das habe der Angeklagte auch gewusst.Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre Haft gefordert. Fürniß, der früher auch Oberbürgermeister von Wiesloch (Rhein-Neckar-Kreis)

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war, hatte zum Prozessauftakt gestanden, Freunde und Bekannte um knapp 500 000 Euro betrogen zu haben. Dabei tischte er teils haarsträubende Geschichten über Geld für die Behandlung einer schweren Krankheit und Investitionsmöglichkeiten in angeblich lukrative Geschäfte auf.

Die Kammer sah 20 Fälle von Betrug als erwiesen an. Zu Gute hielt sie dem 70-Jährigen sein Geständnis, sein hohes Alter und seine schlechte Gesundheit. Gegen ihn sprach die hohe Summe und "der ungewöhnlich starke Vertrauensmissbrauch".

(dpa)