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Wirtschaft: Beim Fachkräftemangel gibt es noch viel zu tun

Fachkräftemangel : Wirtschaft fordert Reform des Zuwanderungsrechts

Vor fast vier Jahren hat die Bundesregierung auf die Warnungen aus der Wirtschaft reagiert und ein Fachkräftekonzept erarbeitet. In den alljährlichen Fortschrittsberichten wird deutlich: Es gibt noch viel zu tun. Die Wirtschaft fordert eine Reform des Zuwanderungsrechts.

Die Arbeitgeber haben vor erheblichen Einbußen für die Wirtschaft gewarnt, falls Deutschland den Fachkräftemangel nicht in den Griff bekommt. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wenn wir nicht gegensteuern, werden die volkswirtschaftliche Leistungskraft und unsere Sozialsysteme massiv gefährdet. Es drohen Wertschöpfungsverluste in Milliardenhöhe und hohe Risiken für unseren Wirtschaftsstandort."

Das Kabinett berät am Mittwochvormittag den von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) vorgelegten "Fortschrittsbericht 2014 zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung". Der erste Bericht dieser Art wurde für das Jahr 2012 erarbeitet. Schwerpunkte dürften erneut die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie ein Einwanderungsgesetz sein.

Punktesystem nach kanadischem Vorbild

Nach Ansicht des Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, muss das Zuwanderungsrecht transparenter, übersichtlicher und verständlicher gefasst werden. Grillo sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Mittel- bis langfristig kann es Sinn machen, das bisherige Regelwerk für dauerhafte Zuwanderung nach Deutschland um ein Punktesystem zu ergänzen. Allerdings sollte man sich genau ansehen, wie das System zum Beispiel in Kanada funktioniert." Es gehe darum auszuloten, "wie man ein solches System an deutsche Bedürfnisse anpassen kann".

Kramer argumentierte: "Wir müssen mehr inländische Potenziale als Fachkräfte erschließen. Gleichzeitig müssen wir auch Fachkräfte aus dem Ausland - und gerade aus außereuropäischen Staaten - dauerhaft für ein Leben und Arbeiten in Deutschland gewinnen." Ausländische Mitarbeiter bereicherten deutsche Betriebe "auch durch Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenz", fügte Kramer hinzu.

(dpa)