Winfried Kretschmann (71) will es 2021 noch einmal wissen

Baden-Württemberg : Winfried Kretschmann will 2021 noch mal antreten

Deutschlands beliebtester Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will noch lange nicht abtreten: 2021 kandidiert er zum dritten Mal.

Der Mensch habe eine besondere Eigenschaft, die ihn von anderen Säugetieren unterscheide, sagt Winfried Kretschmann am Donnerstag in Stuttgart. Bis ins hohe Alter hinein könne sich der Mensch die Neugier aufs Neue bewahren. Das sei beim Menschenaffen nicht so.

 Ihm selbst gehe es auch so: Er sei noch neugierig und er fühle sich fit. Deutschlands beliebtester Ministerpräsident hat längere Zeit mit sich gerungen – und ist nun zu dem Entschluss gekommen,  bei der nächsten Landtagswahl in Baden-Württemberg im Frühjahr 2021 noch einmal anzutreten. Sein Landesverband ist entzückt: Mit dem Landesvater an der Spitze, der zur Zeit der Wahl 72 Jahre alt sein wird, haben die Grünen gute Chancen, erneut den Ministerpräsidenten zu stellen. Dass der frühere Grünen-Chef Cem Özdemir, der als möglicher Nachfolger Kretschmanns gehandelt worden war, eine Kampfkandidatur für den Fraktionsvorsitz im Bundestag angekündigt hat, dürfte mit Kretschmanns Entschluss in einem direkten Zusammenhang stehen.

 Kretschmann begründet seinen Entschluss inhaltlich: Mit dem Klimaschutz, der Digitalisierung und dem brüchig gewordenen gesellschaftlichen Zusammenhalt seien die Herausforderungen an die künftige Politik so groß, dass es (seiner) vernünftigen Führung bedarf. Staatstragend und präsidial gibt sich der Landesvater. Er stehe für „Maß und Mitte“. Fast erinnerte er ihn an den früheren CDU-Ministerpräsidenten Erwin Teufel, sagt ein TV-Kommentator.

 Diese Mischung aus ökologischem Bewusstsein, pragmatischer Politik und konservativer Haltung beschert dem Mann mit der Bürstenfrisur anhaltend hohe Umfragewerte, obwohl sein industriefreundlicher Kurs bei Parteifreunden außerhalb des Ländles oft nicht gut ankommt. 2016 holten die Grünen mit ihm an der Spitze 30,3 Prozent, die CDU erreichte nur 27 Prozent.  Für die Christdemokraten tritt 2021 die energische Kultusministerin Susanne Eisenmann als Spitzenkandidatin an. Auch weil sie die umstrittene Bildungspolitik verantwortet, dürfte sie gegen Kretschmann wohl kaum eine Chance haben.

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