Baden-Württembergs Regierungschef Wilfried Kretschmann ließ seine Schüler an Kröten lecken

Hamburg · Winfried Kretschmann hat seine Schüler früher im Biologieunterricht an Kröten lecken lassen. Dies sei eine „recht unterhaltsame Aktion“ gewesen, sagte der baden-württembergische Ministerpräsident in einem Interview.

 Winfried Kretschmann im Museum am Löwentor mit einem Modell einer Wespe, die nach ihm benannt wurde (Archivbild).

Winfried Kretschmann im Museum am Löwentor mit einem Modell einer Wespe, die nach ihm benannt wurde (Archivbild).

Foto: picture alliance/dpa/Bernd Weißbrod

Das sagte der frühere Lehrer der Wochenzeitung „Die Zeit“ laut Vorabmeldung vom Mittwoch. Er habe aber immer versucht, seine Schüler „über die Neugier fürs Fach und nicht über meine Person“ zu begeistern. Den Lehrplan habe er nicht sonderlich gut gekannt. „Mich haben die ganzen Vorschriften wenig beeindruckt“, sagte der 75-Jährige.

Heute frage er sich, wie wichtig das Beherrschen der Rechtschreibung für Schülerinnen und Schüler sei, „wenn das Schreibprogramm alles korrigiert“. Ebenso zweifelt Kretschmann an der Sinnhaftigkeit des Fremdsprachenunterrichts: „Wenn das Handy Gespräche in fast jede Sprache der Welt in Echtzeit übersetzen kann - brauchen wir dann noch eine zweite Fremdsprache in der Schule als Pflichtfach?“

Winfried Kretschmann: Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg im Porträt
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Das ist Winfried Kretschmann

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Foto: dpa/Guido Kirchner

Vor Kurzem sprach Kretschmann auch über die Debatte um eine mögliche Grünen-Spitzenkandidatur von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir bei der kommenden Landtagswahl. „Alles hat seine Zeit, auch Nachfolgefragen. Und die ist nicht jetzt“, sagte er am 9. April in Stuttgart. Die Legislaturperiode dauere fünf Jahre und er habe vor, sein Amt weiter kraftvoll auszuüben.

Auf die Frage, ob er froh wäre, wenn die Nachfolgefrage bald geklärt werde, sagte Kretschmann: „Ich will noch regieren und werde das auch machen. Warum sollte ich froh sein, wenn dauernd über meine Nachfolge geredet wird?“. Er habe auch keine Rückmeldung bekommen, dass seine Partei den Eindruck habe, er sei amtsmüde.

Bei der Landtagswahl im Frühjahr 2026 tritt Kretschmann nicht mehr an. Über seine Nachfolge gibt es seit Monaten Spekulationen. Als aussichtsreichster Kandidat gilt Özdemir. Vergangene Woche hatte die „Bild“-Zeitung berichtet, Özdemir werde als Spitzenkandidat antreten. Ein Sprecher der baden-württembergischen Grünen hatte dagegen erklärt: „Wie bisher gilt weiter: Die Frage der Spitzenkandidatur wird in Ruhe geklärt und zu gegebener Zeit entschieden.“

(felt/AFP)
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