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Wie der Wahlkampf bei der CDU ablaufen wird

Suche nach einem neuen Vorsitzenden : Wie der Wahlkampf bei der CDU ablaufen wird

Am letzten Tag der Bewerbungsfrist für Kandidaturen um den Parteivorsitz zeichnet sich ab, dass zu den drei Männern Helge Braun, Norbert Röttgen und Friedrich Merz keine weiteren Kandidaten hinzukommen. Wie es nun weitergeht.

Es wird nun wohl doch keine Frau mehr ins Rennen um den CDU-Vorsitz ziehen. Die Brandenburger CDU-Politikerin Sabine Buder ist am späten Dienstagabend nicht als Kandidatin nominiert worden. Mit sieben Gegenstimmen, zwei Enthaltungen und vier Ja-Stimmen sprach sich der 13-köpfige Vorstand des CDU-Kreisverbands Märkisch-Oderland gegen eine Nominierung aus.

Die 37-jährige Tierärztin hatte kurz vor dem Ende der Bewerbungsfrist für den CDU-Bundesvorstand am Mittwoch ihren Hut in den Ring geworfen.

Nun gibt es für den Parteivorsitz der CDU drei offizielle Kandidaten: Der Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz, der Außenpolitik-Experte Norbert Röttgen und der geschäftsführende Kanzleramtsminister Helge Braun erhielten von ihren Heimatkreisverbänden die notwendige Unterstützung für ihre Kandidatur.  Für den 66-Jährigen Merz ist es bereits der dritte Anlauf, Parteivorsitzender zu werden. 2018 musste er der Saarländerin Annegret Kramp-Karrenbauer den Vortritt lassen und Anfang dieses Jahres dann dem damaligen NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

Der 56-jährige Bundestagsabgeordnete Röttgen unternimmt seinen zweiten Anlauf an die Spitze der Partei.  Bei der Parteitagsabstimmung im Januar war der frühere Bundesumweltminister hinter Laschet und Merz auf dem dritten Platz gelandet.

Brauns Bewerbung war eine große Überraschung. Der 49-Jährige ist seit März 2018 Kanzleramtsminister und ein enger Vertrauter der scheidenden Kanzlerin Angela Merkel. Dem Bundestag gehört der Mediziner seit 2002 an.

Erstmals in der Parteigeschichte der Christdemokraten werden nun die rund 400.000 CDU-Mitglieder über die Neubesetzung des Spitzenpostens abstimmen. Bis Mittwoch 18 Uhr mussten Vorschläge schriftlich bei der CDU-Bundesgeschäftsstelle eingereicht sein. Bis Anfang Dezember können die Bewerber dann bei der Parteibasis um Stimmen werben. Es soll in Berlin unter anderem mindestens ein Format geben, bei dem alle drei Kandidaten sich den Parteimitgliedern vorstellen. Diese Bewerbung wird digital zu verfolgen sein. Auch durch noch weitere digitale Formate sollen die Mitglieder zudem Frage- und Beteiligungsmöglichkeiten erhalten. Die Kreisverbände wurden gebeten, die Angebote mit Veranstaltungen vor Ort zu begleiten.

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Die Mitgliederbefragung startet dann am 4. Dezember, die erste Auszählung soll am 17. Dezember stattfinden. Sollte keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreichen, wird es eine Stichwahl geben.  Der neue Vorsitzende soll dann am 21. Januar von den 1001 Delegierten eines Parteitags in Hannover durch eine formale Abstimmung bestätigt werden.

(mün)