Schwarz-Gelb weiter ohne Mehrheit: Westerwelle auf Talfahrt

Schwarz-Gelb weiter ohne Mehrheit: Westerwelle auf Talfahrt

Mainz (RPO). Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle ist in der Wählergunst auf ein historisches Tief gestürzt. In der Liste der zehn wichtigsten Politiker des ZDF-Politbarometers rutschte der Außenminister mit einem Wert von minus 1,3 auf den letzten Platz ab.

"Nie zuvor ist ein Außenminister oder FDP-Vorsitzender im Politbarometer schlechter bewertet worden", notierte die Forschungsgruppe Wahlen am Freitag. Westerwelle befindet sich den Angaben zufolge seit Oktober 2009 auf Talfahrt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel führt die Liste mit einem Wert von 1,5 an, die CDU-Vorsitzende verdrängte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) knapp, der im Vergleich zu Anfang März deutlich an Zustimmung verlor.

Es folgen Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (1,3) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (0,9 Prozent). Erst auf den Plätzen fünf und sechs platzierten sich die ersten SPD-Politiker: Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier erzielte laut Politbarometer einen Wert von 0,5, Parteichef Sigmar Gabriel 0,4.

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Die Zufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung hat sich weiter verschlechtert: Anfang des Monats waren 42 Prozent der Meinung, die Regierung leiste gute Arbeit und 51 Prozent eher schlechte. Jetzt stellen der schwarz-gelben Koalition nur noch 36 Prozent ein gutes Zeugnis aus, während 58 Prozent unzufrieden sind. Zu Beginn der Regierungszeit im November 2009 hatten noch 50 Prozent Union und FDP gute Arbeit bescheinigt.

Die Unzufriedenheit schlägt sich auch in der Sonntagsfrage nieder: CDU/CSU könnten derzeit zwar mit 37 Prozent rechnen (plus ein Punkt). Doch da der liberale Koalitionspartner einen Punkt abgibt und nur mehr neun Prozent erreichte, hätte Schwarz-Gelb derzeit erneut keine parlamentarische Mehrheit. Die SPD verbessert sich um einen Prozentpunkt auf 26 Prozent, für die Grünen würden derzeit 13 Prozent stimmen (minus eins).

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte vom 23. bis 25. März telefonisch 1260 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte.

(apd/csr)