Angriff auf EU-Parlament Westen unter Cyber-Beschuss

Meinung · Putins Hacker haben mit dem Angriff auf das EU-Parlament kurz nach dessen Abstimmung zum russischen Terror eine doppelte Botschaft an den Westen gesandt. Der hat viel für seine Verteidigung getan, aber die EU-weite Koordinierung reicht noch nicht.

 Angriffsziel: Das Europa-Parlament in Straßburg.

Angriffsziel: Das Europa-Parlament in Straßburg.

Foto: dpa/Patrick Seeger

Kurz nach der Abstimmung des Europa-Parlamentes über eine Entschließung gegen Russlands Terror in der Ukraine ging es los in den Rechnern in Straßburg. Zuerst verlangsamte sich der Zugang zu den parlamentarischen Internetdienstleistungen, dann war die komplette Präsenz des Parlamentes in der digitalen Welt blockiert. Da sich bald eine Gruppe kremltreuer Aktivisten dazu bekannte, lag für viele Abgeordnete und Verwaltungsmitarbeiter der Zusammenhang auf der Hand. Und damit hat die westliche Welt eine doppelte Botschaft erhalten: Erstens können sie nicht nur jedes Ziel in der EU attackieren, sondern sie tun es auch. Zweitens erheben sie den Anspruch, die Inhalte der Debatten im Westen bestimmen zu wollen. Eine prorussische Resolution wäre vermutlich nicht per Cyberattacke an der parlamentseigenen Verbreitung gehindert worden.