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Nach Rücktritt: Wer wird Schrammas Nachfolger?

Nach Rücktritt : Wer wird Schrammas Nachfolger?

Köln (RPO). Seit gestern ist klar: Fritz Schramma wird nicht mehr für das Amt des Oberbürgermeisters von Köln antreten. Der Druck wegen seines unglücklichen Krisenmanagements nach dem Einsturz des Stadtarchivs war zu groß geworden. Jetzt sucht die CDU nach einem geeigneten Kandidaten für die Nachfolge.

"Wir wollen keinen Schnellschuss, sondern werden das sehr sorgfältig ausdiskutieren", sagte der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Fraktion, Karl Jörg Klipper, am Montag der Nachrichtenagentur AP. Mit einer Entscheidung sei in den nächsten Tagen zu rechnen. Bis Mitte Juli muss der neue Oberbürgermeisterkandidat der Kölner CDU offiziell feststehen.

Zu möglichen anderen Nachfolgern für Schramma wollte sich die Kölner CDU am Montag nicht äußern. "Namen werden wir keine nennen", erklärte Klipper. Das Amt des Kölner Oberbürgermeisters sei eine große Herausforderung und ein großer Eingriff in die Lebensplanung, sagte Klipper. Potenzielle Nachfolge-Kandidaten müssten daher die Möglichkeit haben, in Ruhe über diese Frage nachzudenken. Am späten Dienstagnachmittag wollten Fraktion und Parteivorsitzende zu weiteren Gesprächen zusammenkommen.

Schramma hatte seinen Verzicht damit erklärt, dass er den Gebäudeeinsturz in der Kölner Südstadt aus dem anstehenden Kommunalwahlkampf heraushalten wolle. Der 61-Jährige war fast neun Jahre Oberbürgermeister seiner Heimatstadt.

Seit Schrammas Rücktritt kursieren zahlreiche Namen für die Nachfolge. Einer der ersten, der für nach Schrammas Rücktritt ausgerufen wurde, war Wolfgang Bosbach, Unions-Fraktionsvize und Bundestagsabgeordneter aus Bergisch Gladbach. Doch inzwischen erklärte der Jurist, der als Favorit der Kölner CDU galt, für die Kandidatur nicht zur Verfügung zu stehen. Auch die Kölner CDU-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin Ursula Heinen ist den Angaben zufolge nicht zu einer Kandidatur bereit.

Wesentlich wahrscheinlicher ist, dass der Name Adenauer noch einmal eine Rolle spielen könnte. Dabei geht es nicht um eine mögliche Kandidatur des 64-jährigen Konrad Adenauers, der am Sonntagabend bereits erklärt hatte, nicht zur Verfügung zu stehen. Allerdings gibt es da noch weitere Enkel des ehemaligen Bundeskanzlers: Paul Bauwens-Adenauer, 55, Bauunternehmer und Chef der IHK, sowie Dr. Patrick Adenauer (48), ebenfalls Geschäftsführer der Bauwens-Gruppe.

Weniger wahrscheinlich scheint es, dass der Kölner CDU-Chef und Landtagsabgeordnete Jürgen Hollstein antritt. Hollstein war erst vor einem Jahr zum Nachfolger von Walter Reinarz gewählt geworden, der wegen der öffentlichen Debatte um seine Pensionsbezüge bei den Kölner Verkehrsbetrieben (KVB) den CDU-Parteivorsitz abgeben musste. Nicht ausgeschlossen wird auch hingegen eine Kandidatur des Kölner CDU-Fraktionschefs Winrich Granitzka.

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Der ehemalige Leitende Polizeidirektor ist in Köln besonders durch seine Arbeit bei der Aufklärung spektakulärer Kriminalfälle bekanntgeworden. Nach seiner Versetzung in der Ruhestand war er als Sicherheitsbeauftragter des Kölner Weltjugendtages unter anderem für die Sicherheit von Papst Benedikt XVI. verantwortlich.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kölner OB Schramma gibt Rücktritt bekannt