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Weltkindertag: Müller beklagt Kinderarbeit

Weltkindertag : Minister Müller beklagt Wiederanstieg der Kinderarbeit

Schulschließungen haben den Kindern in der Pandemie auf der ganzen Welt zu schaffen gemacht. Dramatisch waren die sozialen Auswirkungen der Corona-Krise vor allem in den Entwicklungsländern, wo Millionen Kinder zum Überleben der Familie beitragen mussten. Das müsse sich dringend ändern, verlangt der deutsche Entwicklungsminister.

Entwicklungsminister Gerd Müller hat anlässlich des Weltkindertages an diesem Montag größere Anstrengungen zur Beseitigung der Kinderarbeit gefordert. „Erstmals seit zwei Jahrzehnten steigt Kinderarbeit wieder an“, sagte der CSU-Politiker unserer Redaktion. Weltweit müssten 160 Millionen Mädchen und Jungen arbeiten, das sei jedes zehnte Kind. „Viele schuften auch für unseren täglichen Konsum auf Kaffee- und Kakaoplantagen oder in Cobalt-Minen für unsere Handys“, erläuterte der Minister.

Die  Corona-Pandemie habe die Lage der Kinder verschärft. Müller verwies auf Schätzungen der internationalen Arbeitsorganisation, wonach neun Millionen Kinder zusätzlich in Kinderarbeit gedrängt worden seien. „Wo es kein soziales Sicherungsnetz gibt, Eltern nur Hungerlöhne verdienen, müssen auch die Kinder schuften, um zu überleben“, kritisierte Müller. Umso wichtiger sei das Lieferkettengesetz als erster Schritt zur Veränderung. Das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit müsse entlang der gesamten Lieferkette eingehalten werden. „Wir können es nicht einfach so hinnehmen, dass unser Wohlstand auch auf Ausbeutung und Kinderarbeit beruht“, unterstrich Müller. Er wünsche sich angesichts der skandalösen Zahlen, dass immer mehr mehr Hersteller und Verbraucher sagten: „Wir produzieren fair! Wir kaufen fair!“

Als „größten Skandal“ bezeichnete Müller die Tatsache, dass täglich im Schnitt 15.000 Kinder an Unterernährung und Hunger sterben müssten. Dabei verfüge die Welt über das Wissen und die Technologie, alle Menschen auf der Welt satt zu machen.