Schaustellerbund beruhigt „Die 3200 Weihnachtsmärkte in Deutschland sind sicher“

Berlin · Manch einer dürfte in diesen Tagen mit einem mulmigen Gefühl auf den Weihnachtsmarkt gehen. Der Schaustellerbund beruhigt allerdings, jeder Weihnachtsmarkt habe ein hohes Sicherheitskonzept. Derweil fordert die Union einen „Aktionsplan“ gegen islamistischen Terror.

Weihnachtsmärkte in Deutschland 2023: Das sind die schönsten
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Das sind die schönsten Weihnachtsmärkte in Deutschland

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Foto: Hochschwarzwald Tourismus GmbH

In der Debatte über die Sicherheit von Weihnachtsmärkten beruhigt der Deutsche Schaustellerbund (DSB) die Besucher. Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg sagte unserer Redaktion: „Die 3200 Weihnachtsmärkte in Deutschland sind sicher. Die Menschen sollten zwar achtsam sein, aber keine Sorgen haben.“

Hakelberg ergänzte: „Es gibt keine Märkte ohne eigenes Sicherheitskonzept, von Zufahrtsperren über Videoüberwachung bis hin zu Zugangskontrollen und Streifen privater Sicherheitsdienste sowie der Polizei.“ Nach dem Attentat vom Berliner Breitscheidplatz 2016 sei das Sicherheitsniveau auf den Weihnachtsmärkten deutlich erhöht worden. „Und es ist auch hoch geblieben.“

Zugleich betonte Hakelberg, man nehme jede Warnung der Behörden sehr ernst. „Wir vertrauen darauf, dass die Behörden uns einbinden und entsprechend geänderter Sicherheitslagen reagieren.“ Auch die Schausteller würden aufpassen. „Es gibt 5000 Schaustellerfamilien, die auf den Märkten ihr Geld verdienen. Es geht um Sicherheit für alle“, sagte Hakelberg.

Zuletzt hatten Sicherheitskräfte in Niedersachsen Schlimmeres verhindert, weil ein 20-Jähriger einen Angriff auf den Weihnachtsmarkt in Hannover geplant haben soll. In Kostenpflichtiger Inhalt Leverkusen wurde offenbar eine Attacke von zwei Jugendlichen, islamistisch motiviert, verhindert. Angesichts der gestiegenen Gefahr islamistischer Terroranschläge fordert die Union nun von der Bundesregierung mehr Gegenmaßnahmen.

Fraktionsvize Andrea Lindholz (CSU) sagte unserer Redaktion: „Frau Faeser und Herr Buschmann müssen umgehend einen Aktionsplan gegen islamistischen Terrorismus vorlegen, so wie es ihn im Bereich Rechtsextremismus längst gibt.“

Lindholz ergänzte: „Dazu gehört insbesondere die Pflicht zur Speicherung von IP-Adressen für einige Monate zum Zweck der Terrorbekämpfung.“ Terroristen nutzten das Internet, um sich zu vernetzen und Anschläge zu planen. „Es darf nicht sein, dass es – wie momentan – praktisch vom Zufall abhängt, ob Fahnder eine IP-Adresse einem Terroristen zuordnen können oder nicht.“ Der Europäische Gerichtshof habe die Speicherung bereits vor über einem Jahr zum Zweck der Terrorbekämpfung ausdrücklich für zulässig erklärt.

Die Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus in Deutschland sei nie weg gewesen, sagte Lindholz. „Durch die einseitige Fokussierung der Bundesregierung auf den Rechtsextremismus ist sie aber ein Stück aus dem Blick geraten. Jetzt zeigt sich, dass das ein Fehler war.“

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