#Wassermelone: Wieso darüber bei Twitter diskutiert wird

Lustige Tweets mit ernstem Hintergrund : Warum der Hashtag Wassermelone bei Twitter trendet

Twitter-Deutschland hat wieder ein Gesprächsthema gefunden. Dieses Mal im Fokus: Die Wassermelone. Warum dieser Hashtag so trendet.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze will ein Verbot von Plastiktüten in Angriff nehmen. „Mein Ministerium erarbeitet gerade die gesetzliche Regelung für ein Plastiktütenverbot“, sagte die SPD-Politikerin bereits am vergangenen Wochenende der „Bild am Sonntag“.

Seitdem wird munter über den Vorstoß diskutiert, auch CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer äußerte sich – jedoch ablehnend – zu der Idee.

Nun bekommt die Diskussion allerdings in der Twitter-Welt neuen Schwung. Anlass ist der Tweet eines Redakteurs der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Philipp Krohn hatte folgendes über den Kurrznachrichtendienst abgesetzt: „Gestern Abend ist mir eine Wassermelone heruntergefallen. Im Supermarkt gab es eine Tüte, mit der ich sie nach Hause transportieren konnte. Nach dem #Plastiktütenverbot von @SvenjaSchulze68 ginge das nicht mehr. Ich bin dagegen."

Die Reaktionen darauf ließen nicht lange auf sich warten. Und seit mehr als 24 Stunden trendet daher der #Wassermelone auf Twitter und die Leute fragen sich, ob eine Plastiktüte zum Tragen einer Wassermelone wirklich sinnvoll ist oder vielleicht eher eine Stofftasche.

Die User äußern Kritik an dem Kommentar von Krohn und reagieren mit Humor auf die Aussagen, wie folgende Tweets beweisen.

Kritik an einem Plastiktüten-Verbot kam aber auch von der FDP. Die Kosten, die Schulze den Herstellern von Getränkebechern, Plastiktüten und Co. aufbürden wolle, "werden diese an die Verbraucher weitergeben", fuhr die FDP-Politikerin fort. Mehr Geld bedeute nicht zwingend auch einen besseren Umweltschutz. Erforderlich sei vielmehr ein Gesamtkonzept, bei dem Hersteller, Verbraucher, Verursacher und Kommunen "an einem Strang ziehen".

Nach dem Willen der Umweltministerin sollen sich die Hersteller künftig an den Kosten für die Stadtreinigung beteiligen. Schulze kündigte am Montag an, sie werde im Kreislaufwirtschaftsgesetz die Rechtsgrundlage für eine spätere Verordnung schaffen. Konkret sollen die Hersteller anteilsmäßig für das Aufstellen von Abfallbehältern in den Kommunen sowie für Entsorgung oder Recycling aufkommen.

Auch der Nabu geht das von Schulze angekündigte Plastiktütenverbot nicht weit genug. „Ein Verbot von Einwegplastiktüten allein kann zu gefährlichen Verlagerungen am Markt führen“, teilte der Naturschutzbund am Montag mit. Eine Einwegpapiertüte sei in ihrer Ökobilanz nicht besser. „Daher brauchen wir vielmehr eine gesetzliche Abgabe auf alle Einwegtaschen“. Die Erlöse aus dieser Abgabe sollten, unabhängig vom Material, für die Entwicklung und Förderung umweltschonender Mehrwegalternativen eingesetzt werden, fordert der Verein.

Schulze hatte am Montag auch angekündigt, dass Firmen, die Fast-Food-Verpackungen, Wegwerf-Getränkebecher, Plastiktüten und Zigarettenfilter produzieren, damit an den Reinigungs- und Entsorgungskosten im öffentlichen Raum beteiligt werden sollten.

Schulze betonte: „Der Trend zu mehr Wegwerfartikeln führt in manchen Städten zu einer regelrechten Müllflut, vor allem in öffentlichen Parks und belebten Straßen.“ Die geplante Maßnahme werde die Kommunen bei den Kosten für die Stadtreinigung entlasten.

Laut Ministerium wird damit eine EU-Einweg-Kunststoffrichtlinie umgesetzt, die im Mai 2019 von den EU-Mitgliedsstaaten verabschiedet wurde. Die EU-Richtlinie muss innerhalb von zwei Jahren in nationales Recht umgesetzt werden - also spätestens im Jahr 2021.

Zunächst soll nun der Verband der kommunalen Unternehmen (VKU), an den die Abfallreinigungsbetriebe angebunden sind, bei einer gut einjährigen bundesweiten und repräsentativen Studie feststellen, welche Abfälle in welchen Mülleimern, in Parks oder Gullis landen oder von Kehrmaschinen aufgesammelt werden. Der Verband geht davon aus, dass Einwegverpackungen etwa Zweidrittel dieses Mülls ausmachen.

(mja)
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