Nach Razzia gegen Schleuser Was Sie zu Visa und Aufenthaltstiteln wissen müssen

Berlin · Eine Schleuserbande soll hunderte Aufenthaltsgenehmigungen für reiche Kunden organisiert haben. Doch welche Visa-Formen gibt es eigentlich und welche Vorteile bieten sie? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

 Polizeibeamte tragen in Kartons sichergestelltes Material aus einem Gebäude in Solingen. Bei einer Razzia gegen eine Schleuserbande in acht Bundesländern hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf zehn Verdächtige verhaften lassen.

Polizeibeamte tragen in Kartons sichergestelltes Material aus einem Gebäude in Solingen. Bei einer Razzia gegen eine Schleuserbande in acht Bundesländern hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf zehn Verdächtige verhaften lassen.

Foto: dpa/Gianni Gattus

Für ausländische Staatsbürger gibt es verschiedene Wege, Visa und Aufenthaltsgenemigungen zu bekommen, um sich in Deutschland aufhalten zu können. Bestimmte Voraussetzungen müssen allerdings erfüllt werden, es gibt diverse Auflagen für den legalen Weg zu einem Aufenthaltstitel. Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Aufenthaltsrecht.

Was ist ein Aufenthaltstitel?

Ausländer aus Nicht-EU-Staaten benötigen eine Genehmigung, wenn sie sich befristet oder unbefristet in Deutschland aufhalten wollen.

Welche verschiedenen Aufenthaltstitel gibt es?

Es gibt verschiedene Formen eines Aufenthaltstitels: Ein Visum, eine Aufenthaltserlaubnis, die sogenannte Blaue Karte EU, eine ICT-Karte, eine Mobile ICT-Karte, eine Niederlassungserlaubnis und eine Erlaubnis zum Daueraufenthalt.

Wie unterscheiden sich die Aufenthaltstitel voneinander?

Das Visum benötigen Drittstaatsangehörige (also Personen, die nicht Staatsangehörige eines EU-Mitgliedsstaats sind) bei der Einreise nach Deutschland, etwa für eine Urlaubsreise. Außerdem ist es als Voraussetzung für andere Aufenthaltstitel notwendig. Die Aufenthaltserlaubnis ist wie das Visum befristet, kann jedoch für einen längeren Zeitraum für einen bestimmten Zweck erteilt werden. Die Blaue Karte EU ist für hoch qualifizierte Ausländer gedacht. Akademiker können damit für bis zu vier Jahre im Land bleiben. Die ICT-Karte und die Mobile ICT-Karte sind für Unternehmen sinnvoll, die ihren Sitz in einem Nicht-EU-Staat haben, aber Niederlassungen in Deutschland. Damit können Führungskräfte, Spezialisten und Trainees für ein bis drei Jahre in hiesigen Niederlassungen eingesetzt werden. Die Niederlassungserlaubnis und die Erlaubnis zum Daueraufenthalt sind unbefristete Aufenthaltstitel, die sich in ihren Erteilungsvoraussetzungen unterscheiden.

Welche Voraussetzungen gelten für das Erlangen der jeweiligen Aufenthaltstitel?

Für ein Visum und eine Aufenthaltserlaubnis müssen Antragsstellende vor allem ihre Identität und Staatsangehörigkeit nachweisen können, außerdem die Fähigkeit, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Diese Voraussetzungen gelten auch für alle anderen Aufenthaltstitel. Außerdem darf der Aufenthalt der Person laut AufenthG die Interessen der Bundesrepublik nicht beeinträchtigen oder gefährden. Für eine Aufenthaltserlaubnis muss außerdem ein bestimmter Zweck nachgewiesen werden, etwa das Absolvieren einer Ausbildung.

Für die Blaue Karte EU müssen Ausländer einen (in Deutschland anerkannten) Hochschulabschluss oder eine abgeschlossene Ausbildung nachweisen. Außerdem benötigen die Antragsstellenden ein konkretes Jobangebot, das ihnen ein Bruttojahresgehalt von mindestens 45.300 Euro zusichert. Bei bestimmten Berufen darf das Gehalt etwas darunter liegen. Für die Erteilung der ICT-Karten muss der Arbeitsvertrag vorgelegt und die entsprechende berufliche Qualifikation nachgewiesen werden.

Die Niederlassungserlaubnis und die Erlaubnis zum Daueraufenthalt ähneln sich. Für beide müssen Personen unter anderem für mindestens fünf Jahre eine Aufenthaltserlaubnis nachweisen. Für erstgenannte gibt es aber zahlreiche Ausnahmen, für die andere nicht.

Welchen Vorteil haben Nicht-EU-Bürger von einem Aufenthaltstitel?

Mit einem Aufenthaltstitel sind, insbesondere bei längerer Gültigkeit, viele Privilegien verknüpft. So können etwa die Arbeitserlaubnis in Deutschland, die Freizügigkeit innerhalb der EU und auch Rechte beim Wohnsitz attraktiv für Staatsbürger aus Drittstaaten sein.

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