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Mit Rüttgers in Amerika (1): Warten auf den Ministerpräsidenten

Mit Rüttgers in Amerika (1) : Warten auf den Ministerpräsidenten

Düsseldorf (RP). Ein bisschen ist es wie bei Hase und Igel: Bevor er da ist, ist er schon da. Jürgen Rüttgers hat sichselbst überholt. Die Delegation für die USA-Reise des Ministerpräsidentensammelt sich noch in der Lufthansa-Lounge des Frankfurter Flughafens. Dieersten kommen mit dem verspäteten Zubringerflug von Düsseldorf, danntropfen einzelne Mitreisende nach.

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p class="text">Rüttgers aber ist schon zu sehen in derLounge — wenn auch nur im Fernsehen. Einer der allgegenwärtigenNachrichtensender bringt einen Bericht, in dem der Ministerpräsidentauftaucht. Worum es geht, kann man nur raten — der Fernseher läuft ohneTon. Es gibt aber ohnehin eigentlich nur ein Thema dieser Tage: Opel.

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p class="text">Rüttgers ist auf dem Weg nach Amerika, um Lösungen für dieWirtschaftskrise zu finden. Das ist die abstrakte Version. Es geht auchkonkreter: Er wird in Detroit Rick Wagoner treffen, den Chef desOpel-Mutterkonzerns General Motors. GM taumelt der Insolvenz entgegen unddroht, so auch seine deutsche Tochter in den Abgrund zu reißen. VonLandesbürgschaften ist die Rede, die Rüttgers anbieten wolle, von einerHerauslösung von Opel aus dem GM-Konzern. Die Spannung ist groß — in denTagen vor der Reise hat sich die Lage in Detroit noch einmal dramatischzugespitzt.

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p class="text">Einstweilen aber ist von Rüttgers nichts zu sehen. "MP kommt erst umzwölffünfzehn", sagt einer aus der Delegation. "MP" - das ist natürlichder Ministerpräsident, und zwölffünfzehn, das sind nur 45 Minuten vor demAbflug der Lufthansa-Maschine nach Washington. Rüttgers ist auf der A 3unterwegs nach Frankfurt, draußen wirbeln die Schneeflocken. Das kanndauern. Regierungssprecher Hans-Dieter Wichter schält sich eine Banane vomBüffet. Rüttgers' Personenschützer räkeln sich in den grauen Ledersitzen —es dürfte eine der letzten Gelegenheiten zur Entspannung für die nächstenTage sein. "Fehlt nur noch die Vibration in den Sitzen", sagt einer. Undfügt ein rheinisch-wohliges "Härrlisch" hinzu.

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p class="text">Trotz aller Herrlichkeit: Schwund hat die Reisegruppe auch schon zuvermelden. Europaminister Andreas Krautscheid hat sich am Sonntagabendentschuldigt. Krautscheid ist krank, laboriert an einer Grippe.

Kurz nach zwölf ist der Ministerpräsident dann tatsächlich da, ganz echtund nicht nur im Fernsehen. Freundliches Händeschütteln. Rüttgers hat eineechte Punktlandung hingelegt: Wenige Minuten später wird Lufthansa-Flug418 nach Washington aufgerufen. Auf nach Amerika.