Wahl 2019 in Brandenburg: Marie Schäffer holt Direktmandat für die Grünen

Landtagswahlen in Brandenburg : Das ist die Grünen-Politikerin, die Klara Geywitz das Direktmandat nahm

Die 28-jährige Marie Schäffer holt das erste Direktmandat für die Grünen in Brandenburg überhaupt. Und dann gleich ein Besonderes: Sie setzte sich gegen Klara Geywitz durch, die gemeinsam mit Olaf Scholz für den SPD-Vorsitz kandidiert.

Jung, weiblich, digital: Marie Schäffer hat das erste Direktmandat für die Grünen überhaupt in Brandenburg geholt. Mit 144 Stimmen lag die 28-Jährige bei der Wahl am Sonntag vor der SPD-Konkurrentin Klara Geywitz (43). Diese hatte das Direktmandat bei den vergangenen drei Wahlen gewonnen. 27 Prozent der Wähler stimmten nun für Schäffer. Geywitz, die sich auch um den SPD-Bundesvorsitz bewirbt, nun aber aus dem Landtag flog, gratulierte noch am Wahlabend per Twitter.

Schäffer wurde in Niedersachsen geboren und kam 2010 zum Studium nach Potsdam. Inzwischen arbeitet die Informatikerin für die Landesbeauftragte für Datenschutz. Mit klassischem Haustürwahlkampf warb sie in Potsdam für ihre Partei - im direkten Gespräch mit den Wählern.

Die 28-Jährige glaubt, dass ihr Wahlsieg mit der Wechselstimmung im Land zu tun hat - „weil wir jetzt so lange eine SPD-Regierung hatten, dass die Leute einfach einen anderen Politikstil möchten“. Auch der Fridays-for-Future-Bewegung schreibt sie ihren Erfolg zu: „Die wollen nicht nur demonstrieren, sondern auch junge Menschen in den Parlamenten haben.“ Schäffer begrüßt das: „Ich finde, junge Leute müssen in die Parlamente, müssen in die Sacharbeit, mitentscheiden, wo's lang geht.“

Die Informatikerin steht für eine neue politische Kultur. Mit einem Transparenzgesetz will sie dafür sorgen, dass alle Daten aus der Verwaltung automatisch im Internet veröffentlicht werden. Auch eine Bürgerbeteiligungsplattform für neue Gesetze will sie initiieren.

Dass sie es als junge Frau im Landtag leicht haben wird, glaubt Schäffer nicht. „Ich habe Lust auf die Aufgabe. Ich habe die mir nicht ausgesucht, weil ich glaube, dass das einfach wird, sondern weil ich glaube, dass es wichtig ist“, sagt sie.

(anst/dpa)
Mehr von RP ONLINE