Waffenlieferungen in den Irak: Bundesregierung keine Kenntnisse über Verwendung

Irak: Regierung ohne Kenntnisse über Einsatz gelieferter Waffen

Die Bundesregierung hat einem Medienbericht zufolge keine Kenntnisse davon, wie die von Deutschland seit 2014 an die Kurden im Nordirak gelieferten Waffen eingesetzt werden. Das habe das Verteidigungsministerium in einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen eingeräumt.

Es lägen "keine konkreten Erkenntnisse über den tatsächlichen Einsatz" vor, zitierte die "Bild"-Zeitung aus dem Papier in ihrer Freitagsausgabe.

"Es ist unverständlich und unverantwortlich, dass wir 2400 Tonnen Waffen und Munition in ein Kriegsgebiet geliefert haben ohne zu wissen, in welche Hände diese gelangt sind", sagte der Grünen-Politiker Omid Nouripour. "Wir können damit auch nicht ausschließen, dass diese Waffen irgendwann gegen deutsche oder verbündete Soldaten eingesetzt werden. Das hätte die Bundesregierung kontrollieren müssen."

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Die Bundeswehr bildet im Nordirak kurdische Kämpfer aus. Der Bundeswehr-Einsatz ist derzeit zunächst bis Ende Januar 2018 befristet. Deutschland unterstützt die irakischen Kurden auch mit Lieferungen von Waffen und militärischer Ausrüstung.

(AFP)