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Vor EU-Gipfel: Merkel und Macron sehen Russland und Türkei als Herausforderungen

Treffen in Berlin vor EU-Gipfel : Merkel und Macron sehen Russland und Türkei als große Herausforderungen

Bei ihrem Treffen vor dem EU-Gipfel in der kommenden Woche stimmten Merkel und Macron darüber ein, dass Russland und Türkei Herausforderungen für die EU seien. Man sei in bestimmten Fragen jedoch aufeinander angewiesen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht die EU im Umgang mit Russland und der Türkei vor „großen Herausforderungen“. „Einerseits gibt es Meinungsverschiedenheiten, anderseits sind wir aufeinander angewiesen, wenn wir bestimmte Fragen gemeinsam gestalten wollen. Das ist die Migrationsfrage, das ist die Frage der Zukunft Libyens, das ist die Frage der Zukunft Syriens“, sagte Merkel am Freitag in Berlin zum Verhältnis zur Türkei. Sie sprach zum Auftakt eines Besuchs des französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

Beim G7-Gipfel sei auch das Verhältnis zu Russland eine große Frage gewesen. „Russland ist eine große Herausforderung für uns. Russland ist aber auch der große kontinentale Nachbar der Europäischen Union“, so Merkel. „Wir müssen feststellen, dass wir alle hybriden Angriffen ausgesetzt sind. Aber, wir haben auf der anderen Seite ein großes Interesse, wenn wir Sicherheit und Stabilität in der Europäischen Union wollen, dass wir auch mit Russland im Gespräch bleiben, so schwer es auch ist.“

Macron stimmte ihr zu: „Ich teile alles, was zur Türkei und zu Russland gesagt wurde.“ In der Beziehung zur Türkei müssten Positionen der EU-Länder Griechenland und Zypern sowie die eigene strategische Position im östlichen Mittelmeer, im Nahen Osten, in Libyen und im Kaukasus beachtet werden. Gegenüber Russland müsse eine gemeinsame Linie gefunden werden. Merkel dankte US-Präsident Joe Biden dafür, den Dialog mit der russischen Regierung aufgenommen zu haben.

Auf der Tagesordnung von Merkel und Macron stand ein Abendessen im Kanzleramt. Neben europapolitischen Themen soll es vor allem um die deutsch-französische Abstimmung vor dem Europäischen Rat gehen, zu dem die Staats- und Regierungschefs der EU am 24. und 25. Juni in Brüssel zusammenkommen. Außerdem fordern beide eine EU-Koordinierung wegen Ausbreitung von Delta-Variante.

(c-st/dpa/Reuters)