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Vitali Klitschko und Arseni Jazenjuk bei Angela Merkel in Berlin

Kanzlerin will mit Klitschko und Jazenjuk über Krise beraten : Merkel trifft sich mit ukrainischen Oppositionsführern in Berlin

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) soll in der kommenden Woche die beiden ukrainischen Oppositionsführer Vitali Klitschko und Arseni Jazenjuk in Berlin empfangen. Das geht aus einem Medienbericht hervor. Themen sollen die andauernden Proteste und die Forderung nach einer Verfassungsänderung sein. Steinmeier führt derweil Gespräche mit Russland.

Der CDU-Außenpolitiker Elmar Brok sagte der Bild-Zeitung: "Der Besuch von Klitschko und Jazenjuk zeigt, wie intensiv sich die deutsche Regierung um eine Vermittlung in dem Konflikt bemüht. Es müssen jetzt alle Chancen genutzt werden, um die Ukraine auf einen rechtsstaatlichen Weg zu bringen."

Steinmeier hofft auf Russland

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat vor einer Eskalation des ukrainischen Machtkampfs gewarnt und alle Seiten zur Mäßigung aufgerufen. "Es sollte niemand ein Interesse daran haben, Feuer an der Lunte dieses Pulverfasses zu entzünden", sagte Steinmeier am Freitag in Moskau nach einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow. "Es kommt jetzt vor allem auf die Konfliktparteien in Kiew an, einen Ausweg aus der gegenwärtigen Krise zu finden", betonte der SPD-Politiker.

Steinmeier warnte vor einem Tauziehen um die krisengeschüttelte Ex-Sowjetrepublik. "Das ist ein Zustand, der nicht hilfreich war für die Entwicklung der Ukraine und das Verhältnis zwischen Russland und der EU", sagte der Außenminister. "Wir müssen von der Vorstellung Abstand nehmen, dass die Ukraine Teil eines geopolitischen Schachspiels ist." Russland und die EU müssten der Ukraine die "Möglichkeit geben, zu sich selbst zu kommen, ohne dass sie dem dauerhaften Druck ausgesetzt ist, sich für den einen oder anderen zu entscheiden".

Lawrow bekräftigte seine Kritik an der Einflussnahme von EU und USA in der Ukraine. "Sie kommen in Kiew ohne Einladung an und überreden die ukrainische Führung, die Wahl zu treffen, die von der EU und den USA vertreten wird", sagte Lawrow. "Ich denke, es ist weder korrekt noch höflich, von "freier Wahl" zu sprechen und täglich Emissäre zu schicken." Moskau sei für internationale Vermittlungen, falls sie von Regierung und Opposition gewünscht würden.

Proteste dauern an

Am Sonntag hatten in Kiew erneut Zehntausende Menschen gegen Präsident Viktor Janukowitsch demonstriert. Sie verlangten, die Befugnisse des Staatsoberhauptes zu beschneiden Die Demonstranten fordern auch eine Annäherung ihres Landes an die EU. Auslöser war die Entscheidung Janukowitschs, ein über Jahre mit der EU ausgehandeltes Assoziierungs- und Freihandelsabkommen nicht zu unterzeichnen - und stattdessen eine engere Anbindung an Russland zu verfolgen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Münchner Sicherheitskonferenz: Klitschko badet in der Menge

(AFP)