Bertelsmann-Studie: Vier von zehn Alleinerziehenden beziehen Hartz IV

Bertelsmann-Studie : Vier von zehn Alleinerziehenden beziehen Hartz IV

Die Bertelsmann-Stiftung betrachtet die deutsche Familienpolitik als gescheitert. Es sei ihr nicht gelungen, die Lebenslage von Alleinerziehenden zu verbessern. Laut einer Studie beziehen zwei Fünftel von ihnen Hartz IV.

Zu diesem Ergebnis kamen Fachleute im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung. Aus der Studie zitierte am Sonntag vorab die "Welt am Sonntag".

Schuld daran seien schlechte rechtliche und familienpolitische Bedingungen, sagte Jörg Dräger, Vorstandsmitglied der Stiftung. "Der Politik gelingt es nicht, die Lebenslage der Alleinerziehenden zu verbessern."

Die Studie wurde von der Darmstädter Juraprofessorin Anne Lenze erstellt. Ihr zufolge benachteiligt das Steuerrecht die Betroffenen.

Außerdem greife der Staat Müttern nicht genug unter die Arme, wenn Väter ihren Unterhaltspflichten nicht nachkommen.

Rund 2,2 Millionen Kinder wachsen nach der Studie inzwischen mit nur einem Elternteil auf. Die Tendenz sei steigend. Neun von zehn Alleinerziehenden sind demnach Frauen. In jedem zweiten Fall zahlten die Väter den Unterhalt nicht in voller Höhe.

Zwar könnten die betroffenen Mütter als Ausgleich den sogenannten Unterhaltsvorschuss bei den Kommunen beantragen. Dieser sei jedoch auf maximal sechs Jahre und auf das zwölfte Lebensjahr beschränkt.

Hier geht es zur Infostrecke: 13 Fakten zu Hartz IV

(dpa)
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