Scholz in Paris, Schröder in Moskau Zwei Kanzler auf Reisen

Analyse | Versailles/Moskau/Berlin · Die SPD und Olaf Scholz wollten Gerhard Schröder kaltstellen. Der Altkanzler schlägt ihnen ein Schnippchen und fliegt zu seinem Kumpel Putin nach Moskau. Im Streit um ein Energie-Embargo spielt die EU auf Zeit.

Bundeskanzler Olaf Scholz telefoniert am Rande des Treffens der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union im Schloss von Versailles.

Bundeskanzler Olaf Scholz telefoniert am Rande des Treffens der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union im Schloss von Versailles.

Foto: dpa/Kay Nietfeld

Zwei Kanzler, der amtierende und sein Vor-Vorgänger, beide von der SPD, ringen zur gleichen Zeit auf der Weltbühne um Frieden für die Ukraine. Während Gerhard Schröder auf eigene Faust in Moskau auf seinen Duz-Freund Wladimir Putin einwirken wollte, musste Olaf Scholz beim EU-Gipfel auf Schloss Versailles bei Paris erklären, was Schröder im knapp 3.000 Kilometer entfernten Moskau denn so treibt. Die Reise hat der Altkanzler vor seinem „Parteifreund“ geheim gehalten, was auf diplomatischer Bühne für Verwunderung sorgt. „Wir werden sicherlich die Ergebnisse zur Kenntnis nehmen können und auch einbeziehen können, in all das, was wir an eigenen Anstrengungen unternommen haben“, sagte Scholz am Freitag. Näher wollte er sich zu der Initiative Schröders nicht einlassen: „Das muss und kann ich zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht kommentieren.“