Versorgungslücken bei Bundeswehr - Ministerium will Abhilfe schaffen

Fehlende Zelte und Schutzwesten: Versorgungslücken bei Bundeswehr - Ministerium will Abhilfe schaffen

Das Verteidigungsministerium will die Lücken bei der Ausstattung deutscher Soldaten mit Blick auf ihren Einsatz bei der schnellen Einsatztruppe der Nato schließen. Die Bundeswehr soll zügig neue Zelte, Schutzwesten und Winterbekleidung bekommen.

Aus einem internen Bericht des Heereskommandos war hervorgegangen, dass die Teilstreitkraft "bis mindestens 2021 eine Fähigkeitslücke" bei Einsatz-Zelten aufweist. Bei der "Ausrüstung inklusive Schutzwesten und Winterbekleidung ist die gesicherte Deckung der Bedarfsträgerforderung Heer nicht möglich, da nach hiesigen Erkenntnissen eine Ausstattungslücke für (die Nato-Speerspitze) VJTF" vorliege, hält das Papier fest.

Das Verteidigungsministerium wies darauf hin, dass die Investitionen für die Ausrüstung der Soldaten von sechs Milliarden in der vorletzten auf 32 Milliarden in der vergangenen Legislaturperiode gesteigert worden sei. Bis Mitte des Jahres erwarte das Haus die Inventurmeldungen für die bevorstehenden Einsätze. Dann werde ein "beschleunigter Beschaffungsprozess" eingeleitet.

In dem Papier des Heereskommandos wird allerdings darauf verwiesen, dass aus Sicht des Beschaffungsamtes eine Ausstattung des Kontingentes für die Speerspitze die Versorgung der anderen mandatierten Einsätze gefährden würde und als "einsatzgleiche Verpflichtung" daher niedriger priorisiert werde. Demgegenüber legte sich das Verteidigungsministerium nun fest, dass die Bundeswehr alle Nato-Verpflichtungen erfüllen werde.

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"Ich habe den Eindruck, dass es sich jetzt zumindest untergeordnete Stellen nicht mehr gefallen lassen, dass das Verteidigungsministerium die Lage einfach schönredet", sagte der Grünen-Verteidigungsexperte Tobias Lindner. Er erwarte nun ein "vollständiges und schonungsloses Bild des Zustands der Truppe". Nach Ministeriumsangaben hat sich die Zahl der Soldaten, die an Übungen teilnehmen, auf 12.000 verdreifacht. Das führe auch zu verstärktem Bedarf. Unterdessen wurde bekannt, dass die Tornado-Jets der Luftwaffe in Jagel seit einer Woche nicht starten dürfen, da sie zu viel Biodiesel getankt hatten.

Der Rüstungskonzern Rheinmetall übernahm nun die Federführung bei einem Projekt, Sensoren, Software und Kommunikationssysteme für Infanteristen aus neun EU-Ländern zu vereinheitlichen. So sollen gemeinsame Einsätze erleichtert werden.

(may-)