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Technische Mängel und Versäumnisse: Verkehrsminister kritisiert Deutsche Bahn

Technische Mängel und Versäumnisse : Verkehrsminister kritisiert Deutsche Bahn

Hannover (RPO). Das Winterchaos bei der Bahn geht nach Auffassung von Niedersachsens Verkehrsminister Jörg Bode auch auf technische Mängel und auf Versäumnisse der Bahn bei der Anschaffung von Fernzügen zurück.

"Damals hat man bei den Qualitätsstandards Abstriche gemacht", sagte der FDP-Politiker in Hannover. Für die Fehlentscheidungen sei der heutige Chef der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube, nicht verantwortlich zu machen. "Die Züge, die Winter und Hitze nicht standhalten, wurden lange vor seiner Zeit angeschafft", betonte Bode. "Hier kann Technik auch Besseres leisten", fügte er hinzu.

Im Interesse eines reibungsloseren Verkehrs mahnte Bode Verbesserungen bei Zügen und Zugtechnik an. Die Qualitätsanforderungen an die Züge müssten besser abgestimmt werden. "Die Probleme der Fernverkehrszüge im Winter und ja auch im Sommer mit den Klimaanlagen sind schon erstaunlich", sagte er. Es gebe Wetterlagen, bei denen man Verspätungen nicht verhindern könne. Für nicht wintertaugliche ICE, die bei Schnee langsamer fahren müssen, seien aber Bahn und Bundesregierung als Eigentümer verantwortlich.

Für extreme Wetterlagen verlangte Bode einen Notfallfahrplan der Bahn. "Nach dem Notfallfahrplan sollen weniger Züge fahren, dann aber pünktlich und zuverlässig", sagte er. Auch bei der Bahn könne Technik hin und wieder ausfallen. Damit müssten sich Reisende arrangieren.

Auch solle man bei langen Fernreisen über Fünf-Minuten-Verspätungen nicht klagen. Allerdings müssten Entschädigung und Information der Reisenden, die Kulanz und die Freundlichkeit des Personals einen höheren Stellenwert haben. Mit dem alten Slogan: "Alle reden vom Wetter ? wir nicht" könne das Unternehmen schon seit den Zugausfällen des vergangenen Sommers nicht mehr werben.

(DDP/csh)