Alkohol: Verkehrsexperten fordern 1,1-Promille-Grenze für Radler

Alkohol : Verkehrsexperten fordern 1,1-Promille-Grenze für Radler

Für Radfahrer sollen künftig niedrigere Alkoholgrenzwerte gelten. Dies fordern Verkehrsexperten vor Beginn des traditionellen Verkehrsgerichtstags in Goslar. Bislang gilt eine Obergrenze von 1,6 Promille. Wer mehr Alkohol im Blut hat, gilt als absolut fahruntüchtig und macht sich strafbar.

Die Deutsche Verkehrswacht, der Verkehrssicherheitsrat und mehrere Verkehrsclubs setzen sich für 1,1 Promille ein. Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) fordert diese Grenze, allerdings als "Warnwert", wie ADFC-Landesgeschäftsführer Ulrich Kalle gegenüber unserer Redaktion ausdrücklich betonte. Fahrradfahrer, die mit einem Blutalkohlgehalt ab 1,1 Promille erwischt werden, sollen künftig ein Bußgeld von 250 Euro bezahlen. "Das ist keine Kleinigkeit", sagte Kalle.

Sein Club erhoffe sich davon einen deutlichen Rückgang der Unfälle mit alkoholisierten Radlern. Bundesweit werden pro Jahr rund 3000 Unfälle mit Radfahrern registriert. Wenn Alkohol im Spiel war, dann in erheblicher Menge: In 85 Prozent der Fälle habe der gemessene Wert über 1,1 Promille gelegen, so Kalle. Er wies darauf hin, dass Radfahrer schon nach geltendem Recht ab 0,3 Promille belangt werden können, wenn es alkoholbedingt zu einem Unfall kommt.

Zum 53. Verkehrsgerichtstag werden in der kommenden Woche rund 1900 Fachleute erwartet. Sie wollen in Goslar über aktuelle Verkehrsthemen beraten.

(hüw)