Verfassungsschutz warnt Betriebe vor Extremisten

Sicherheitstagung in Berlin : Verfassungsschutz warnt Betriebe vor Extremisten

Sie können den Betriebsfrieden von innen stören und die Firmen von außen schädigen. Der Verfassungsschutz sensibilisiert deutsche Firmen vor wachsenden Gefahren durch Extremisten.

Berlin (may-) Der Verfassungsschutz hat die deutschen Unternehmen vor wachsenden Gefahren durch Extremisten gewarnt. „Wir müssen hinschauen“, sagte Vizepräsident Sinan Selen vor Sicherheitsverantwortlichen von Firmen aus ganz Deutschland in Berlin. Natürlich müsse der freie Diskurs innerhalb der Belegschaft zugelassen werden. Sexistische, rassistische und diskriminierende Äußerungen sollten jedoch nicht hingenommen werden.

Volker Wagner vom Bundesverband Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft berichtete von zunehmenden Bedrohungen von außen wie von innen. Jedes Unternehmen könne von Brandanschlägen durch Extremisten getroffen werden, wie es unter anderem amazon, Bahn, Telekom und DHL bereits erlebt hätten. Auf der anderen Seite habe sich mancher Mitarbeiter unter den Augen der Kollegen auch so radikalisiert, dass er seinen Urlaub nutze, um in den Dschihad nach Syrien oder in den Irak zu reisen. Rechtsextremistische Aufmärsche könnten zudem von Investitionen in bestimmten Städten abschrecken. Dadurch würden auch Fachkräfte von der Arbeit an solchen Standorten abgeschreckt.

Die Bedrohung für Firmen und den Betriebsfrieden geht laut Selen sowohl von rechten und linken als auch von religiös motivierten Extremisten aus. Ein Beispiel für Eskalation zum Schaden von Unternehmen seien die jüngsten Gelbwesten-Proteste in Frankreich. Wagner verwies auf Gewalt von Extremisten beim G20-Gipfel in Hamburg und im Hambacher Forst. Der Verfassungsschutz will als „Frühwarnsystem“ fungieren und Betriebe auch über sie konkret betreffende Pläne von Extremisten informieren.

(may-)
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