Behördenspionage: Verdacht gegen Ex-Apotheken-Sprecher

Behördenspionage : Verdacht gegen Ex-Apotheken-Sprecher

In dem Skandal um entwendete Daten aus dem Gesundheitsministerium ist der ehemalige Sprecher der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten.

Ende November wurden nach Informationen unserer Redaktion die Büro- und die Privaträume von Thomas Bellartz durchsucht, der mittlerweile die Kommunikationsagentur Neuspree mit Sitz im Berliner Regierungsviertel betreibt. "Ich kann dazu leider nichts sagen, weil ich keine Akteneinsicht habe", sagte Bellartz.

Am Dienstag war bekannt geworden, dass das Gesundheitsministerium offenbar seit Jahren ausspioniert wird. Zwei eklatante Fälle lenkten den Verdacht auf die Apotheker-Lobby: Entwürfe zum Arzneimittelneuordnungsgesetz und die Apothekerbetriebsordnung sollen angeblich auf der Seite des Online-Dienstes "Apotheke Adhoc" veröffentlicht worden sein, noch bevor der Gesundheitsminister sie gesehen hatte. Geschäftsführerin des Online-Dienstes ist die Ehefrau von Bellartz.

Gesundheitsminister Daniel Bahr zeigte sich am Mittwoch "stinksauer" über die Vorfälle. Die ABDA wies jede Verantwortung von sich.

(brö/qua)