Verbraucherschützer wollen Strafen, wenn zu viel Zucker im Essen ist

Ernährung : Verbraucherschützer: Strafen bei zu viel Zucker im Essen

Union und SPD wollen eine Strategie vorlegen, um den Gehalt an Salz, Zucker und Fett in Lebensmitteln zu reduzieren. Verbraucherschützer fordern mehr Druck auf die Industrie.

Deutschlands oberster Verbraucherschützer Klaus Müller hat die Pläne von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) zur Reduzierung von Fett und Zucker in Lebensmitteln kritisiert. Die bisherigen Vorstöße ließen den Nahrungsmittelkonzernen weiterhin zu viel freie Hand, findet Müller. In einem Brief, den der Vorsitzende des Bundesverbands der Verbraucherzentralen an Klöckner schrieb und der unserer Redaktion vorliegt, heißt es: „Um eine flächendeckende Verbesserung der Zusammensetzung von Lebensmitteln zu erreichen, müssen alle Lebensmittelhersteller an der Reduktionsstrategie teilnehmen.“ Der Bundesverband hält eine von Klöckner und der Industrie am 26. September verfasste Grundsatzvereinbarung für löchrig. Sie „lässt der Lebensmittelwirtschaft einen zu großen Interpretations- und Gestaltungsspielraum bei den Zielen und der Auswahl von Maßnahmen“, kritisiert Müller in seinem Schreiben.

Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD festgehalten, noch in diesem Jahr eine Strategie vorzulegen, damit Lebensmittelhersteller in ihren Produkten weniger Fett, Salz und Zucker verwenden. Das soll den Kampf gegen Übergewicht und dessen Folgeerkrankungen unterstützen. In Expertenrunden soll die Strategie vorbereitet werden; Verbraucherschützer können mitreden.

Müller dringt nun auf verbindliche Reduktionsziele und Zeitvorgaben nach Lebensmittelgruppen, von der Fertigpizza bis zum Fruchtjoghurt. Auch Strafen sollten Teil der Strategie werden. „Verbindlichkeit hinsichtlich der Einhaltung der Reduktionsziele“ müsse über einen „Sanktionsmechanismus“ erreicht werden, schreibt der Verbraucherschützer. Wann es die nächste Expertenrunde geben wird, ist noch offen.

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