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US-Botschaft in Berlin bedroht: USA warnt vor "erhöhter Bedrohungslage" in Deutschland

US-Botschaft in Berlin bedroht : USA warnt vor "erhöhter Bedrohungslage" in Deutschland

Berlin (RPO). Wegen erhöhter Terrorgefahr verstärken die USA die Sicherheitsmaßnahmen bei allen diplomatischen und konsularischen Einrichtungen in Deutschland. "Wir unternehmen diese Schritte als Reaktion auf eine erhöhte Bedrohungslage", erklärte die Botschaft am Freitag in Berlin.

Die Warnung bezieht sich demnach nur auf Deutschland und nicht auf andere Länder Europas. Das Bundesinnenministerium bestätigte, dass sich die Gefährdungslage für US-Einrichtungen in Deutschland verschärft habe. Es könnten darüber hinaus keine weiteren Auskünfte gegeben werden. Nach Informationen des Berliner "Tagesspiegel" planen Islamisten aus dem Umfeld der irakischen Terrorgruppe Ansar el Sunna Anschläge in Deutschland.

Die US-Botschaft empfahl Amerikanern in Deutschland zudem, "ihre Wachsamkeit zu verstärken und angemessene Schritte zur Erhöhung ihrer persönlichen Sicherheit zu unternehmen". Nähere Einzelheiten wollte die US-Botschaft nicht mitteilen.

Der "Tagesspiegel" (Samstagausgabe) berichtet unter Berufung auf Sicherheitskreise, eine Warnung amerikanischer Geheimdienste sei im April bei den Behörden eingegangen. Danach sollen mutmaßliche Anhänger der Ansar el Sunna versucht haben, US-Einrichtungen in Süddeutschland auszuspähen.

Die US-Geheimdienste verfügten auch über Informationen aus dem Irak, wonach Anschläge in Deutschland geplant seien. Die Warnung der Geheimdienste habe nun die US-Botschaft in Berlin veranlasst, alle US-Amerikaner in Deutschland zu besonderer Wachsamkeit aufzurufen, berichtete die Zeitung.

Ansar el Sunna, die aus der Terrorgruppe Ansar el Islam hervorging, gilt als eine der gefährlichsten Terrorgruppen weltweit. Sie ist für mehrere tausend Anschläge im Irak verantwortlich. In Stuttgart stehen derzeit drei mutmaßliche Mitglieder der Ansar al Islam vor Gericht. Ihnen wird vorgeworfen, im Dezember 2004 ein Attentat auf den damaligen irakischen Ministerpräsidenten Ijad Allawi geplant zu haben, während er bei einem Staatsbesuch in Berlin weilte.

In der Erklärung des Bundesinnenministeriums hieß es, die deutschen Sicherheitsbehörden teilten die Sorge der USA. Sie "arbeiten bereits seit längerer Zeit engstens mit der US-Seite zusammen, um alle geeigneten Maßnahmen in diesem Zusammenhang sicherzustellen".

Ein Sprecher der US-Botschaft verwies mit Blick auf die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen lediglich auf die Terrorwarnungen des Bundeskriminalamtes (BKA) vom März. Das BKA war nach den im Internet aufgetauchten Drohungen radikaler Islamisten gegen Deutschland von einer größeren Gefahr ausgegangen. Einen Anlass zur Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen sah das BKA damals jedoch nicht. Diese seien auf einem sehr hohen Standard, hatte BKA-Präsident Jörg Ziercke Mitte März gesagt.