Rückkehr nach 69 Jahren: US-Botschaft in Berlin eröffnet

Rückkehr nach 69 Jahren : US-Botschaft in Berlin eröffnet

Berlin (RPO). Die USA haben eine neue Botschaft in Berlin. Am Nationalfeiertag der Vereinigten Staaten am Freitag wurde sie feierlich eröffnet. 4500 geladene Gäste verfolgten die Zeremonie auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor, wo die diplomatische Vertretung bereits vor 69 Jahren schon einmal stand.

US-Botschafter William Timken wertete die Rückkehr der Botschaft an ihren alten Standort als ein "historisches Ereignis". Zusammen mit dem früheren US-Präsidenten George Bush senior durchschnitten Timken und seine Frau Sue im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Band am Eingang des 130 Millionen Euro teuren Neubaus. Laut Polizei gab es rund um die Veranstaltung keine Zwischenfälle. Das Areal war bereits am Nachmittag weiträumig abgesperrt und von Spürhunden nach Sprengstoff durchsucht worden.

Vor der japanischen Botschaft in Tiergarten demonstrierten laut Polizei rund 25 Menschen friedlich gegen den anstehenden G8-Gipfel auf der japanischen Halbinsel Hokkaido. Eine geplante Demonstration zum unweit der neuen Botschaft gelegenen Potsdamer Platz wurde wegen der geringen Teilnehmerzahl abgesagt.

Bereits 1931 hatten die USA das alte Palais Blücher im Zentrum Berlins gekauft, doch noch vor dem Umzug in den 30er Jahren war die neue Auslandsvertretung am Brandenburger Tor völlig ausgebrannt. 1939 konnte die Adresse kurzzeitig als Botschaft genutzt werden, bevor das Gebäude im Krieg zerstört wurde. Erst 2004 wurde der Grundstein für den Neubau im einstigen Todesstreifen am Pariser Platz gelegt.

Die Wiedereröffnung nach fast sieben Jahrzehnten wurde mit einem dreistündigen Festakt begangen. Bush senior wurde insbesondere wegen seiner Verdienste um die deutsche Wiedervereinigung geehrt. Erst dadurch sei die Rückkehr der Botschaft an ihren alten Platz möglich geworden, hieß es.

Zum Abschluss der Feierlichkeiten stand ein Feuerwerk auf dem Programm, das als Startschuss für das Volksfest am 5. Juli rund um den Pariser Platz galt. Offizieller Ausrichter des Festes ist der Verband der Deutsch-Amerikanischen Klubs, der den Tag unter das Motto "Welcome home" gestellt hat. Die Besucher erwartet ein buntes Kulturprogramm - vom Soulstar Jocelyn B. Smith über den Popsänger Oscar Loya bis zur deutsch-amerikanischen Band Latest Edition.

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(afp)