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Ursula von der Leyen besucht Bundeswehr in Afghanistan

Von der Leyen in Afghanistan : "Die Lage ist weiterhin fragil"

Zweieinhalb Wochen vor dem Ende des Nato-geführten Isaf-Kampfeinsatzes in Afghanistan hat Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Samstag die im Norden des Landes stationierten Bundeswehrsoldaten besucht.

Während des Flugs in das Feldlager in Masar-i-Scharif sagte von der Leyen, die Lage in Afghanistan sei weiterhin "fragil". Es sei aber zu erwarten gewesen, dass die radikalislamischen Taliban versuchten, zum Ende des Isaf-Einsatzes hin Sicherheitskräfte und zivile Einrichtungen anzugreifen. Dem müssten sich die afghanischen Behörden nun stellen.

In Afghanistan sind kurz vor dem Ende der 13-jährigen Mission derzeit noch knapp 1200 deutsche Soldaten stationiert. Der Isaf-Einsatz am Hindukusch endet zum Jahreswechsel. Es folgt eine internationale Mission namens "Resolute Support" zur Unterstützung, Beratung und Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte. Etwa 12.000 Soldaten aus 40 Staaten sollen sich daran beteiligen. Deutschland will bis zu 850 Bundeswehrsoldaten entsenden, die Zustimmung des Bundestags wird noch vor Weihnachten erwartet.

Die Bundeswehr werde nun "in die zweite Reihe zurücktreten", sagte von der Leyen am Samstag. Perspektivisch komme es darauf an, die zunächst auf zwei Jahre angelegte "Resolute Support"-Mission "langsam ausgleiten" zu lassen. Bislang wird sie für rund zwei Jahre geplant.

Die neue Mission soll aus der Hauptstadt Kabul und vier Orten in anderen Landesteilen heraus agieren. Die Bundeswehr ist dabei weiter für den Norden verantwortlich. Die Mission ist als Einsatz auf höherer Ebene, etwa in Führungsstäben oder Ministerien, geplant.

Kampfeinsätze sind grundsätzlich nicht mehr vorgesehen. Allerdings sollen die Truppen sowohl sich selbst als auch Verbündete im Bedarfsfall mit Waffengewalt schützen.

Nach 13 Jahren Isaf-Einsatz befürchten Beobachter, dass der Übergang zu "Resolute Support" sowie das geplante Ende der neuen Mission Anfang 2017 zu früh erfolgen und die Taliban wieder erstarken könnten.

Die Zahl der Anschläge nahm im Land zuletzt wieder zu. Die Nato traut den einheimischen Sicherheitskräften jedoch offiziell zu, die Lage im Griff zu behalten.

(AFP)