Westerwelle verliert bei Wählern Sympathien: Unzufriedenheit mit Regierung nimmt zu

Westerwelle verliert bei Wählern Sympathien: Unzufriedenheit mit Regierung nimmt zu

Köln (RPO). Die Unzufriedenheit der Wähler mit der Bundesregierung nimmt nach einer repräsentativen Umfrage zu: Bei der aktuellen Erhebung von Infratest dimap bemängelten 72 Prozent die Arbeit der schwarz-gelben Koalition. Die FDP konnte allerdings Punkte zugewinnen.

Dies sind fünf Prozentpunkte mehr im Vergleich zum Januar, wie der WDR mitteilte. Nur 27 Prozent äußerten sich im ARD-Deutschlandtrend zufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung; im Januar waren es noch 28 Prozent.

85 Prozent der Befragten sind der Meinung, "Bundeskanzlerin Merkel müsste die politische Richtung der Bundesregierung klarer vorgeben". In der Liste der beliebtesten Parteipolitiker steht sie aber immer noch auf Platz zwei mit 62 Prozent und legte damit zwei Punkte zu. Auf Platz eins der Liste blieb unverändert Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mit 69 Prozent Zustimmung. Um sieben Punkte verbesserte sich Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf 58 Prozent. Auf nur 24 Prozent kommt Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP), er verlor drei Punkte.

FDP gewinnt wieder Punkte

Mit FDP-Chef Guido Westerwelle sind nur noch 25 Prozent der Wähler zufrieden. Er verliert damit acht Punkte im Vergleich zum Vormonat und erreicht den schlechtesten Wert seit Juli 2005. Nur 26 Prozent der Deutschen sind der Meinung, er vertrete als Außenminister Deutschland gut in der Welt. Alle seiner Vorgänger von Klaus Kinkel über Joschka Fischer bis Frank-Walter Steinmeier erreichten deutlich höhere Zustimmungsquoten.

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die FDP auf zehn Prozent. Nach einem Rekordtief von acht Prozent Anfang Februar hatte sie bereits Mitte des Monats zwei Punkte hinzugewonnen. Die Union erreicht unverändert 36 Prozent. Die SPD rutscht um einen Punkt auf 25 Prozent ab, auch die Grünen verlieren einen Punkt und kommen auf 14 Prozent. Die Linke liegt weiter bei elf Prozent.

Drei von vier Deutschen (75 Prozent) sagen, der FDP seien ihre eigenen Interessen wichtiger als der Erfolg der Regierung. 62 Prozent sagen: "Die letzten Wochen zeigen, dass Union und FDP einfach nicht mehr zusammenpassen".

  • Fotos : Die Zwischenbilanz des Merkel-Kabinetts

74 Prozent der Deutschen finden es laut Umfrage gut, "dass Westerwelle eine Diskussion über Hartz IV angestoßen hat". 77 Prozent sind aber auch der Meinung: "Was Westerwelle über den Sozialstaat gesagt hat, ist nicht neu und sehr allgemein". 60 Prozent finden, "Westerwelle hat recht, dass zu viel über die Hartz-IV-Empfänger geredet wird und zu wenig über die, die alles bezahlen müssen." 55 Prozent sind der Meinung, "Westerwelle versucht sich auf Kosten der Schwachen in der Gesellschaft zu profilieren".

Sponsoring kritisch beurteilt

Das Sponsoring von Parteitagen und Parteikongressen durch Wirtschaftsunternehmen wird kritisch beurteilt. 83 Prozent der Befragten glauben, dass durch Sponsoring politische Entscheidungen beeinflusst werden.

Ein weiteres Ergebnis der Befragung ist, dass die Mehrheit der Deutschen unverändert für einen Ausstieg aus der Atomenergie ist. 62 Prozent halten es für richtig, dass Deutschland aus der Atomenergie aussteigt, im September 2009 waren es 61 Prozent. 34 Prozent sind gegen einen Atomausstieg (minus 1).

40 Prozent der Deutschen finden, der Atomausstieg sollte so schnell wie möglich stattfinden. 37 Prozent teilen die Position von Umweltminister Norbert Röttgen, dass der Atomausstieg spätestens 2030 abgeschlossen sein sollte. Nur 20 Prozent finden, die Atomkraftwerke sollten unbegrenzt weiter laufen.

(apd/das)