Bundespräsident Christian Wulff: "Unsere Demokratie ist nicht unerschütterlich"

Bundespräsident Christian Wulff : "Unsere Demokratie ist nicht unerschütterlich"

Dresden (RPO). Bundespräsident Christian Wulff macht sich Sorgen um die Demokratie in Deutschland. "Wir dürfen uns auf keinen Fall bequem zurücklehnen in dem Glauben, unsere Demokratie sei unerschütterlich, so ist das nämlich nicht", sagte Wulff.

Wulff beklagte gegenüber der in Dresden erscheinenden "Sächsischen Zeitung" die abnehmende Wahlbeteiligung und Bereitschaft, kommunale Verantwortung zu übernehmen, sowie die sinkenden Mitgliederzahlen der Parteien. "Der Graben zwischen Wählern und Gewählten wird größer."

Es gebe auch extremistische rechtsradikale Neigungen, fügte das Staatsoberhaupt hinzu. Dieses Phänomen gebe es bundesweit "und es beunruhigt mich". Wulff betonte: "Meine Amtszeit soll sich deshalb auch dem Thema Zukunft der Demokratie widmen. Wie können wir wieder mehr Menschen motivieren, bei der demokratischen Willensbildung mitzumachen. Wie organisieren wir solche Prozesse, möglicherweise auch im Internet."

Sein Vater, so der Bundespräsident, habe zu ihm gesagt: "Ein Land braucht 10, 15 Prozent Menschen mit Zivilcourage, die sich aktiv einsetzen und nicht nur andere machen lassen. Und er bat mich inständig darum, mir die demokratischen Parteien später interessiert anzuschauen." Zu dieser Zeit sei er zehn Jahre alt gewesen, am Tag der Bundestagswahl 1969. Ein paar Jahre sei seine Entscheidung für die CDU gefallen.

Das sei zwar nicht zur Freude seines Vaters, eines Sozialdemokraten gewesen, räumte Wulff en. "Aber es hat ihn schon gefreut, dass ich seinem Wunsch, sich politisch zu engagieren, gefolgt bin."

(DDP/nbe)
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