Deutsche Konjunktur kühlt sich ab Unionspolitiker stellt Steuersenkung wieder in Frage

(RP). Angesichts des jüngsten Wachstumseinbruchs gibt es in der Union erste Zweifel an den für 2013 geplanten Steuersenkungen. "Die Festlegungen der Koalition vor dem Sommer waren klar konditioniert. Wenn die Konditionen nicht eintreffen, sind die Senkungen nicht drin", sagte Marco Wanderwitz, der Vorsitzende der Jungen Gruppe in der Unionsfraktion, unserer Redaktion.

Steuersenkungspläne ab 2013 - darauf dürfen Sie hoffen
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Foto: dapd

"Die Haushaltskonsolidierung hat absolute Priorität, gerade in diesen Zeiten", betonte Wanderwitz weiter. Hintergrund: Die deutsche Konjunktur hat sich im Frühjahr merklich abgekühlt: Die Wirtschaftsleistung wuchs nur noch um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich ein Plus von 2,8 Prozent — nach 5,0 Prozent im ersten Quartal. Erstmals seit Überwindung der Finanzkrise vor zwei Jahren kam der Aufschwung zum Erliegen. Ökonomen zeigten sich überrascht: Sie hatten eine so frühe Abkühlung nicht erwartet.

Trotz geringer Arbeitslosigkeit und der Aussicht auf steigende Löhne hielten sich die Verbraucher mit Einkäufen zurück. Auch die Bauinvestitionen sanken. Ökonomen führten dies auf den warmen Winter zurück: Viele Bauvorhaben seien vorgezogen worden. Experten warnten angesichts der Schuldenkrisen im Euro-Raum und in den USA vor weiteren Rückschlägen, aber auch vor Panikmache.

"Das ist zwar ein deutlicher Dämpfer, bedeutet aber kein Ende des Aufschwungs", sagte Ferdinand Fichtner vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin.

(RP)
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