Unesco fordert mehr Chancengerechtigkeit an deutschen Schulen

Bildung der Eltern entscheidet : Unesco fordert mehr Chancengerechtigkeit an deutschen Schulen

Insgesamt 617 Millionen Menschen sind der Deutschen Unesco-Kommission zufolge des Lesens und Rechnens nicht mächtig. Auch in Deutschland gibt es Probleme, auch wenn Fortschritte erzielt werden können.

Die Weltkulturorganisation Unesco fordert anlässlich des ersten Welttags der Bildung am Donnerstag eine Verbesserung der Chancengerechtigkeit.

Die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer, sieht aber auch Fortschritte: "Die Bildungsbeteiligung in Deutschland steigt. Immer mehr Kinder erhalten immer früher einen Zugang zu Bildung. Auch beobachten wir einen Trend zur Höherqualifizierung." Dennoch sei der Bildungsstand des Elternhauses immer noch ausschlaggebend für das Erreichen der Hochschulreife. Vorhandene Bildungsmöglichkeiten müssten auch vermehrt bildungsferneren Familien und Migranten zugutekommen.

Vor allem Lehrkräfte und Pädagogen spielen dem Unesco-Weltbildungsbericht 2019 zufolge im Zusammenhang mit gehaltvoller und chancengerechter Bildung eine wichtige Rolle. Ein Aspekt, dem in Deutschland zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt werde: "Schon heute fehlen uns gut ausgebildete Lehrkräfte, und der Mangel nimmt jedes Jahr zu. Wir müssen dringend in die Ausbildung neuer Fachkräfte investieren, die nicht kurzfristig gewonnen werden können", so Böhmer.

Mit der Verabschiedung der Globalen Nachhaltigkeitsagenda 2015 hat sich auch Deutschland verpflichtet, bis zum Jahr 2030 für allen Menschen eine inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung zu gewährleisten. Der Unesco zufolge zeigen verschiedene Projekte, dass sich die Bundesrepublik dabei auf einem guten Weg befindet.

(lukra/kna)
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