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Umfrage Politbarometer: Union fällt unter 20 Prozent - CDU und CSU

Aktuelles Politbarometer : Union fällt in Umfrage unter 20 Prozent

Alle Zeichen stehen auf Ampel-Koalition, und die scheint einer neuen Umfrage zufolge auch im Sinne der Mehrheit der Wählerschaft. CDU und CSU verlieren weiter an Zustimmung – auch die Meinung zur Kanzlerfrage ist eindeutig.

Drei Wochen nach der Bundestagswahl und mitten in den Sondierungsverhandlungen verfestigt sich die politische Stimmung der Bevölkerung: Die Zustimmung zur Ampel-Koalition steigt ebenso wie die für Olaf Scholz im Kanzleramt – während die Union weiter absackt. Wenn am Sonntag wieder Bundestagswahl wäre, kämen CDU/CSU laut dem aktuellen Politbarometer der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen nur noch auf 19 Prozent, ein Punkt weniger als vor zwei Wochen. Unverändert bleiben SPD (28 Prozent), FDP (13 Prozent) und Linke (5 Prozent). Die Grünen gewinnen einen Punkt (17 Prozent), ebenso die AfD (11 Prozent).

Eine „Ampel“-Koalition aus SPD, Grünen und FDP würden knapp zwei Drittel der Deutschen befürworten (62 Prozent), 19 Prozent wären dagegen, 16 Prozent wäre es egal. Die beiden anderen Möglichkeiten – eine Jamaika-Koalition oder eine SPD-geführte Große Koalition – lehnt eine große Mehrheit der Befragten ab: Nur  21 Prozent fänden das Jamaika-Bündnis aus Union, Grünen und FDP gut, eine Große Koalition nur noch 19 Prozent. 88 Prozent der Befragten rechnen damit, dass es zur Ampel-Koalition kommen wird. Die Sondierungsgespräche zwischen SPD, Grünen und FDP dauern an, eine formale Entscheidung, Koalitionsverhandlungen aufzunehmen, steht noch aus.

Die größten Streitpunkte von SPD und Grüne mit der FDP in Sachen Steuer- und Finanzpolitik spaltet auch die Bevölkerung: Zur Frage, ob der Staat angesichts der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Aufgaben neue Schulden aufnehmen soll, befürworten es 41 Prozent aller Befragten, 53 Prozent lehnen das ab. Lediglich bei Parteianhängern von Grünen und Linken wird die Aufnahme zusätzlicher Schulden positiv gesehen (67 bzw. 57 Prozent), bei Anhängern der SPD ist dies umstritten (gut: 45 Prozent; schlecht: 49 Prozent)  Bei den Anhängern der CDU/CSU, der FDP und der AfD ist je knapp ein Viertel für zusätzliche Schulden. Für eine stärkere Besteuerung hoher Einkommen sind drei Viertel aller Befragten. Selbst bei den Anhängern der CDU/CSU (62 Prozent) und der FDP (52 Prozent) sind Mehrheiten für eine entsprechende Steuererhöhung.

Bei der Beurteilung nach Sympathie und Leistung (“Was halten Sie von...?") liegt Angela Merkel weiterhin auf Platz eins mit einem Durchschnittswert von 2,3 (im Politbarometer von Anfang Oktober betrug der Wert ebenfalls 2,3) auf der Skala von +5 bis -5. CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet liegt mit minus 1,3 (minus 1,2) auf dem letzten Platz.

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Weit vorne ist weiterhin Olaf Scholz auf Platz zwei mit 2,0 (2,2). Es folgen Manuela Schwesig mit 1,8, die jetzt wieder zu den zehn wichtigsten Politiker/innen gerechnet wird, Robert Habeck mit 1,7 (1,6), Christian Lindner mit 0,9 (1,0), Markus Söder mit 0,5 (1,1), Annalena Baerbock mit 0,4 (0,4), Jens Spahn mit minus 0,1 (0,0) und Friedrich Merz mit minus 0,4 (minus 0,2).

 Die Umfrage zum Politbarometer wurde von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 12. bis 14. Oktober 2021 bei 1329 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen finden Sie auch auf www.forschungsgruppe.de.