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Umfrage: Gezanke bringt großer Koalition Verluste in Wählersympathie

Sonntagsfrage : Große Koalition sinkt in der Wählergunst

Die große Koalition hat nur wenige Monate nach dem Start der neuen Bundesregierung in der Wählersympathie an Ansehen verloren. Kamen Union und SPD bei der Wahl am 22. September noch zusammen auf 67,2 Prozent, würden derzeit nur noch 62 Prozent für die Regierungsparteien stimmen.

Das ergab eine vom "stern-RTL-Wahltrend" beim Forsa-Institut im Auftrag gegebene Umfrage. Demnach würden im Zeitraum der Umfrage (24 bis 28. Februar 2014) 40 Prozent die Union wählen, ein Punkt weniger als in der Vorwoche, sowie unverändert 22 Prozent die SPD, die damit auf ihrem niedrigsten Wert seit der Wahl verharrt.

Erneut auf 10 Prozent kommen die Grünen. Die Linke klettert um einen Punkt auf 11 Prozent. So hoch lag sie zuletzt Mitte Februar 2011. Auch die AfD gewinnt einen Punkt hinzu, sie erreicht 6 Prozent. Die FDP fällt um einen Punkt auf 4 Prozent. Auf sonstige Splitterparteien entfallen in der Umfrage, die vor der Zuspitzung der Krim-Krise durchgeführt wurde, insgesamt 7 Prozent.

Union und SPD "zanken zu viel"

Forsa-Chef Manfred Güllner führt den bröckelnden Rückhalt für die Große Koalition darauf zurück, dass sie viele Wähler enttäuscht habe. Statt an einem Strang zu ziehen, würden Union und SPD viel zanken und streiten. Eine Folge sei das Erstarken der systemkritischen Parteien Linke und AfD. Der FDP dagegen gelänge es nicht, den Unmut über die Große Koalition zu nutzen. Der Meinungsforscher zum stern: "Sie verpasst ihre Chance zur Renaissance."

Fünf-Prozent-Hürde soll bleiben

An der Fünf-Prozent-Hürde bei der Wahl zum Bundestag wollen die Deutschen nicht rütteln. Mehr als drei Viertel (77 Prozent) plädierten in einer Umfrage des Hamburger Magazins stern für eine Beibehaltung dieser Sperrklausel. Lediglich 19 Prozent - überdurchschnittlich oft die Wähler der Linken - würden es gerne sehen, wenn es keinerlei Beschränkungen gäbe. Für die Europawahl hatte das Bundesverfassungsgericht letzte Woche die Drei-Prozent-Hürde gekippt. Daraufhin waren Forderungen laut geworden, auch die Hürde für den Bundestag zu streichen.

Das Forsa-Institut befragte 2500 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten. Für die Frage nach der Fünf-Prozent-Hürde wurden am 27. und 28. Februar 2014 1001 Bürger repräsentativ befragt. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten. Die Fehlertoleranz liegt hier bei +/- 3 Prozentpunkten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das Kabinett der großen Koalition

(rl)