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Ukraine: Knappe Mehrheit gegen Nato-Einsatz in Osteuropa

Umfrage zur Ukraine-Krise : Knappe Mehrheit gegen Nato-Einsatz in Osteuropa

Über den Umgang mit Russland in der Ukraine-Krise sind sich die Deutschen uneins. Laut Umfrage ist eine knappe Mehrheit gegen eine stärkere Präsenz der Nato an der Grenze zu Russland.

Eine knappe Mehrheit von 50 Prozent ist gegen ein größeres Nato-Engagement, 42 Prozent sind dafür, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Forsa-Erhebung für das Magazin "Stern" ergab.

Sehr einig sind sich die Befragten aber in der Ablehnung einer militärischen Eskalation: 77 Prozent lehnen ein Eingreifen mit Nato-Truppen auch dann ab, wenn Russland weitere Gebiete der Ukraine besetzen sollte; nur 16 Prozent plädieren dafür, eine russische Invasion mit Waffengewalt zu stoppen.

Abgelehnt wird ein stärkeres Engagement der Nato vor allem von den Ostdeutschen (57 Prozent dagegen) sowie den Wählern der Linken (70 Prozent dagegen). Mehrheitlich befürwortet wird eine verstärkte Nato-Präsenz in Osteuropa dagegen von jüngeren Befragten zwischen 14 und 29 Jahren (54 Prozent dafür) und überraschend auch von Anhängern der Grünen (56 Prozent).

Das Forsa-Institut befragte am 3. und 4. April 1001 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger. Die statistische Fehlertoleranz wurde mit plus/minus 3 Prozentpunkten angegeben.

Das Außenministerium in Moskau wies derweil Vorwürfe des Westens als "antirussische Kampagne" zurück, wonach Russland Truppen an der Grenze zur Ukraine konzentriert. "Die Tätigkeit russischer Streitkräfte bedroht weder die Sicherheit der USA noch die anderer OSZE-Staaten", teilte das Ministerium am Mittwoch mit.
"Versuche, Russland einer Aufstockung seiner Streitkräfte zu beschuldigen, entbehren jeder Grundlage."

Die Nato, die USA und die EU müssten aufhören, die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) als eine Tribüne für Stimmungsmache gegen Russland zu nutzen, heißt es in der Mitteilung weiter. "Die USA und die Ukraine haben keinen Grund zur Besorgnis." Nötig sei ein konstruktiver Dialog, um die Lage in der Ukraine zu stabilisieren.

Russland hatte stets betont, sich bei Truppenbewegungen auf seinem eigenen Gebiet an die Gesetze zu halten. Es gebe an der Grenze zur Ukraine keine ungewöhnlichen Bewegungen, teilte das Ministerium mit.
Zugleich äußerte sich die Behörde besorgt über Äußerungen von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, in Osteuropa, im Baltikum und in der Schwarzmeerregion unter dem Vorwand der Ereignisse in der Ukraine selbst Truppen zu konzentrieren.

(dpa)