Trotz Leerstand: Bund gibt 271 Millionen für Büro-Miete aus.

271 Millionen Euro : Bund gibt trotz Leerstand deutlich mehr Geld für Büroflächen aus

Trotz enormen eigenen Leerstands haben sich die Mietausgaben des Bundes innerhalb von vier Jahren um über 100 Millionen Euro gesteigert. Die FDP kritisiert das als „Missmanagement“.

Der Bund mietet immer mehr Büroflächen von Dritten an. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor. Demnach hat die zuständige Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) im Jahr 2018 insgesamt 271 Millionen Euro für die Anmietung von Büroflächen ausgegeben. 2014 waren es noch 167 Millionen Euro. Ein Anstieg von mehr als 100 Millionen Euro.

Gleichzeitig verfügt der Bund über 138.000 Quadratmeter derzeit leerstehender Flächen, die nach eigenen Angaben für Bürozwecke verwendet werden könnten. Zunächst müssten die Räumlichkeiten jedoch umfangreich hergerichtet oder grundsaniert werden.

Der wohnungs- und baupolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Daniel Föst, kritisierte die wachsenden Ausgaben der BImA. „Auf dem angespannten Gewerbemietmarkt muss der Bund immer tiefer in die Tasche greifen und lässt gleichzeitig die eigenen Büroräume brachliegen. Hier werden Millionen Steuergelder verschleudert.“, sagte Föst unserer Redaktion. „Das Versagen in der Bau- und Wohnungspolitik der GroKo setzt sich im Missmanagement der BImA fort.“

Aus der Antwort auf die Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion geht auch hervor, dass die BImA derzeit rund 1300 laufende Mietverträge für Büroflächen abgeschlossen hat. Dass die derzeit leerstehenden eigenen Büroflächen nicht genutzt werden, begründet die Bundesregierung in erster Linie mit deren Sanierungsbedarf. Allerdings spielten auch die jeweiligen Vorstellungen der Bundesdienststellen eine Rolle. Häufig stimme das leerstehende Büroflächenangebot hiermit nicht überein, heißt es in der Antwort der Bundesregierung. Die BImA könne eigene Flächen empfehlen. Die Entscheidung liege allerdings allein beim Nutzer.

Können die Büroflächen intern nicht weiter vermietet werden, werden sie auch externen Mietern angeboten „Wenn die BImA-Immobilien nicht für Vermietung oder Selbstnutzung einsatzbereit sind, müssen sie umgehend verkauft werden“, forderte Föst. „Gerade von Bundesseite müssen alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden.“

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