Trotz hoher Schwarzarbeit: Mehr Minijobs in Privathaushalten

Putzen und Bügeln : Mehr Minijobs in Privathaushalten

Putzkräfte in Privathaushalten sind trotz deutlich gestiegener Zahlen von Minijobbern weiter überwiegend schwarz beschäftigt. 90 Prozent der geringfügig Beschäftigten in Privathaushalten sind Frauen.

Die Zahl der Minijobs in Privathaushalten ist in den vergangenen zehn Jahren  kontinuierlich angestiegen. Das geht aus einer Datenreihe der Minijob-Zentrale hervor, die unserer Redaktion vorliegt. Waren Ende 2008 nur 173.165 Menschen in privaten Haushalten geringfügig beschäftigt, sind es Stand Dezember 2018 insgesamt 306.873. Im Juni 2019 stieg die Zahl auf 307.488. Im Vergleich zum Vorjahresmonat war allerdings ein kleiner Rückgang von einem Prozent zu verzeichnen.

Im gewerblichen Bereich ist die Zahl der Mini-Jobber ungleich größer, aber seit mehr als zehn Jahren fast konstant. Ende 2008 waren rund 6,7 Millionen Männer und Frauen geringfügig beschäftigt. Heute sind es Stand Juni ebenfalls 6,7 Millionen.  In den vergangenen zwei Quartalen war die Zahl allerdings auch auf diesem Sektor  im Vergleich zum Vorjahr rückläufig.

Das Modell Minijob gibt es seit 2003. Es ist im Rahmen der Hartz-Arbeitsmarktreformen eingeführt worden. Die Verdienstgrenze für die steuer- und abgabenfreie Beschäftigung liegt bei 450 Euro monatlich.

In Privathaushalten sind mit 90 Prozent überwiegend Frauen geringfügig beschäftigt. Klassischerweise übernehmen sie Arbeiten wie Putzen und Bügeln. Knapp ein Viertel dieser  Minijobber ist ausländischer Staatsangehörigkeit. 16 Prozent sind 65 Jahre oder älter.

In den Privathaushalten müsste die Zahl der Mini-Jobber eigentlich noch deutlich höher liegen. Einer im Sommer veröffentlichten Studie des Wirtschaftsforschungsinstitut IW zufolge arbeiten 90 Prozent der Reinigungskräfte in Privathaushalten schwarz. Laut der Studie beschäftigen 3,3 Millionen Haushalte gelegentlich oder regelmäßig eine Putzhilfe. In 2,9 Millionen Haushalten geschieht dies nach Erkenntnis der Wissenschaftler ohne reguläres Beschäftigungsverhältnis.

Im gewerblichen Bereich ist das Verhältnis von Männern und Frauen  mit 41,3 zu 58,7 Prozent ausgeglichener. Der Trend: Die Zahl der männlichen und ausländischen sowie der über 65-jährigen Mini-Jobber steigt.