1. Politik
  2. Deutschland

Ergebnis der Urwahl für die Bundestagswahl: Trittin und Göring-Eckardt sind das Spitzenduo

Ergebnis der Urwahl für die Bundestagswahl : Trittin und Göring-Eckardt sind das Spitzenduo

Die Grünen ziehen mit ihrem Fraktionsvorsitzenden Jürgen Trittin und Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt in den Bundestagswahlkampf 2013. Beide setzten sich in einer Urwahl der Parteibasis durch.

Das teilte Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke am Samstag in Berlin mit. Unterlegen waren Bundestags-Ko-Fraktionschefin Renate Künast sowie die Parteivorsitzende Claudia Roth. Außerdem traten elf weitgehend unbekannte Kandidaten an.

Fast eine Woche lang hatten rund 50 Helfer in den Uferstudios im Stadtteil Wedding die Wahlbriefe ausgezählt. In Regionalkonferenzen hatten sich die Kandidaten gemeinsam den Fragen der Basis gestellt. Laut Parteisatzung muss einer der beiden Kandidaten eine Frau sein.

An der Urwahl beteiligt hatten sich laut Lemke 61,73 Prozent der fast 60.000 Parteimitglieder. 35.065 Stimmzettel wurden schließlich gewertet.

Klarer Sieg für Trittin

Die Basis habe sich entschieden für eine "Balance zwischen Kontinuität und Erneuerung" und zwischen den Flügeln, sagte Lemke. "Wir haben mehr Demokratie gewagt. Die Urwahl hat gezeigt, dass grüne Demokratie lebt und dass grüne Demokratie weise Entscheidungen trifft", betonte die Bundesgeschäftsführerin.

Sie empfahl den anderen Parteien, sich die Urwahl der Grünen "genau anzuschauen".
Hinterzimmerentscheidungen würden nun weniger Chancen haben. Sie werde mit den beiden Kandidaten einen "knallgrünen Wahlkampf hinlegen", kündigte die designierte Wahlkampfleiterin an.

Mit 71,9 Prozent war Trittin der klare Sieger der Urwahl. Lemke bezeichnete den 58-Jährigen als "Anwalt des Atomausstiegs" und als Kandidat, der besonders für das ökologische Profil der Grünen stehe. Trittin bringt reichlich politische Erfahrung mit. Er ist unumstritten die linke Führungsfigur der Partei. 1994 bis 1998 war Trittin Parteichef, seit 2009 ist er Fraktionschef im Bundestag. Von 1998 bis 2005 war er Bundesumweltminister.

Auf Spitzenkandidatin Göring-Eckardt entfielen 47,3 Prozent. Als "Anwältin der Ärmsten" und "Kämpferin für soziale Gerechtigkeit" wurde sie von Lemke gepriesen. Die 46-jährige Thüringerin genießt als langjährige Vizepräsidentin des Bundestages parteiübergreifend Respekt. Sie wurde erstmals 1998 in den Bundestag gewählt, ihre Schwerpunkte sind die Sozial- und Familienpolitik. 2009 wurde die Mutter von zwei Kindern zur Präses der Synode der Evangelischen Kirche gewählt.

Roth nur auf Platz vier

Trittins Ko-Fraktionschefin Künast kam nur auf 38,6 Prozent. Für die 56-Jährige ist dies nach 2011 erneut eine herbe Niederlage. Damals wollte sie Regierende Bürgermeisterin von Berlin werden — und scheiterte. Ein Regierungsamt hatte Künast schon einmal inne, von 2001 bis 2005 war sie Verbraucherschutzministerin.

  • Grünen-Vorsitzende Claudia Roth im Interview : "Die Urwahl wird Schule machen"
  • Forsa-Chef rückt Partei nach Weimar : Grüne wehren sich gegen Diktatur-Vergleich
  • Bundestagswahl 2013 : Zwei weitere Bewerber für grünes Spitzenduo

Parteichefin Roth landete abgeschlagen auf Rang vier mit 26,2 Prozent. Sie hatte bereits angekündigt, unabhängig vom Ausgang der Urwahl Mitte November auf dem Parteitag in Hannover erneut für das Amt der Parteivorsitzenden zu kandidieren. Ko-Parteichef Cem Özdemir hatte sich nicht für die Spitzenkandidatur beworben.

Chancenlos waren die anderen Kandidaten, von denen Paul Held aus Bayreuth 2,4 Prozent erreichte.

Katrin Göring-Eckardt lässt ihre Ämter in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bis zum Ende des Bundestagswahlkampf ruhen. Das kündigte die Präses der EKD-Synode am Samstag in Berlin an. Göring-Eckardt hatte dem Präsidium der EKD-Synode bereits am 21. September den Schritt angekündigt, sollte sie Spitzenkandidatin werden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Göring-Eckardt und Trittin gewinnen bei Urwahl

(APD/dpa)