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Tobias Hans fordert Signal gegen Partys

Gespräch der Ministerpräsidenten am Dienstag : Hans fordert Signal gegen Partys

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen will Saarlands Ministerpräsident mit seinen Amtskollegen am Dienstag über strengere Maßnahmen beraten. Zudem wächst die Bedeutung von Grippe-Schutzimpfungen, wie SPD-Experte Karl Lauterbach meint.

Kurz vor dem Treffen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Länder-Regierungschefs zur Corona-Krise hat Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) angesichts steigender Corona-Infektionszahlen seine Amtskollegen aufgefordert, am Dienstag ein klares Signal gegen Partys und Treffen ohne Maske zu senden. „Ich erwarte mir von der Ministerpräsidentenkonferenz ein klares Signal der politischen Führung in der Krise, das lautet:  es ist jetzt nicht die Zeit für Partys und Treffen ohne Abstand und ohne Maske“, sagte Hans unserer Redaktion. Angesichts steigender Corona-Zahlen setzte sich der Landkreistag am Wochenende für eine einheitliche Obergrenzen von 50 Menschen bei Privatfeiern ein.

Am Dienstag will Merkel mit den Ministerpräsidenten über Folgerungen aus der aktuellen Entwicklung beraten. Zuletzt gab es wiederholt Tage mit mehr als 2000 gemeldeten Corona-Neuinfektionen - am Samstag waren es 2507, der höchste Wert seit April. Am Sonntag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) 1411 Fälle. Sonntags sind die Zahlen gewöhnlich niedriger, weil nicht alle Gesundheitsämter Daten weiterleiten.

Saarlands Regierungschef Hans rief zu solidarischem Handeln auf. „Schützen wir unsere Familien, unsere Pflegenden,  unsere Mediziner und Medizinerinnen und stehen wir an der Seite derer, die im Öffentlichen Gesundheitsdienst alles daran setzen, Infektionsketten nachzuverfolgen“, forderte der CDU-Politiker. Diesen großen Vorteil in der Bekämpfung der Pandemie dürfe Deutschland nicht verspielen. „Alles andere hätte dramatische Folgen für unsere Schülerinnen  und Schüler , für unsere Wirtschaft und unser  gesellschaftliches Leben“, warnte Hans. Die Zahlen würden zeigen, dass man noch immer mitten in der Pandemie sei und zum Herbst und Winter wieder mit einem deutlichen Anstieg der Erkrankungen rechnen müsse. „Auch wenn wir heute besser als zu Beginn auf COVID 19  vorbereitet sind, kann ich nur vor einem zu leichtfertigen Verhalten warnen“, sagte Hans. „Rings um uns herum steuern die Länder auf einen erneuten Stillstand von Wirtschaft und eine Überforderung des Gesundheitswesen zu.“ Es gelte die stabile Situation in Deutschland zu erhalten. „Ein weiterer Lockdown der Wirtschaft muss vermieden werden, unsere Kinder haben ein Recht auf Betreuung und ordentlichen Schulunterricht“, sagte Hans. Um dies zu erreichen, müsse man daher weiterhin achtsam sein und die grundlegenden Abstands- und Hygieneregeln im Alltag einhalten.

Wegen der Pandemie raten Ärzte in diesem Jahr besonders zur Grippeimpfung - weil sie schwere Doppelerkrankungen mit Covid-19 und Grippe fürchten, aber auch um eine Überforderung des Gesundheitssystems zu vermeiden. Bei einer starken Grippewelle könnte es sehr viele Patienten mit Atemwegserkrankungen geben, die versorgt und getestet, teils in Krankenhäuser und auf Intensivstationen gebracht werden müssten. Angesichts dessen forderte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kostenlose Grippeimpfungen für alle Versicherten. „Wir wissen schon lange, Corona und Grippe sind [eine] gefährliche Mixtur“, erklärte der Bundestagsabgeordnete am Sonntag auf Twitter. Derzeit übernehmen einige Krankenkassen die Kosten nur für Patienten, die zu einer Risikogruppe zählen, andere dagegen für alle Versicherten. Nach Regierungsangaben stehen in diesem Jahr 26 Millionen Impfdosen zur Verfügung. Ob das für Risikogruppen wie Ältere und Personen mit Vorerkrankungen ausreicht, ist unklar.

(jd/dpa)