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Tiktok: Gesundheitsministerium erwägt Rückzug von App - Wegen Datenschutzbedenken

Wegen Datenschutzbedenken : Gesundheitsministerium erwägt Rückzug von Tiktok

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) erwägt laut Medienberichten einen Verzicht auf die Nutzung der umstrittenen chinesischen Video-App Tiktok. Grund sind Sicherheits- und Datenschutzbedenken. Dem Ministerium folgen auf der Plattform 60.000 Nutzer.

„Wir prüfen derzeit umfassend, ob wir Tiktok weiter nutzen“, zitiert die „Wirtschaftswoche“ (kostenpflichtiger Inhalt) eine Sprecherin des Ministeriums. Als einziges Bundesministerium unterhält es derzeit einen Tiktok-Account, dem fast 60.000 Nutzer folgen.

Auch die saarländische Landesregierung beobachtet laut der Zeitung, „sehr genau, wie das Unternehmen mit den Vorwürfen umgeht und berechtigte Kritik an Sicherheit und Datenschutz aufgreift“, wird die Sprecherin der saarländischen Staatskanzlei zitiert. Mit 3000 Followern ist der saarländische Ministerpräsident laut „Wirtschaftswoche“ der einzige Landeschef mit einem Tiktok-Auftritt.

Die Video-App gerät wegen Datenschutzbedenken immer wieder in die Kritik. Besonders in den USA steht Tiktok in der Kritik, da Politiker in der App eine Gefahr für die nationale Sicherheit und ein chinesisches Spionageinstrument vermuten. Präsident Donald Trump will sie verbieten. Derzeit läuft eine Frist bis zum 15. September, um die US-Aktivitäten von Tikttok an den Software-Riesen Microsoft zu verkaufen. Gelingt der Verkauf nicht, droht das Verbot.

Tiktok selbst weist die Kritik zurück und will mit verschärften Regeln die Verbreitung von Fehlinformationen im eigenen Netzwerk bekämpfen. Dies solle auch mit Blick auf die US-Präsidentenwahl im Herbst geschehen, hatte die Tochter des chinesischen Konzerns Bytedance erklärt.

Am Donnerstag kündigte der Konzern den Bau eines Rechenzentrums in Europa an. Aktuell speichert und verarbeitet Tiktok die Daten seiner Nutzer in den USA und Singapur, während die irische Tochterfirma für sie zuständig ist.

(ahar/dpa/Reuters)